Hi,

ich bin Andi, 34 Jahre alt,

Elektrotechniker

Papa von drei wunderbaren Kindern

Andi

My Story

 

Ich bin 1985 in Aktjubinks / Kasachstan (ehemalige Sowietunion) geboren und lebte dort mit meiner älteren Schwester und meinen Eltern in einer kleinen Hütte am Stadtrand. Während uns unser Leben vollkommen normal erschien, lebten wir, im Vergleich zu den deutschen Lebensstandards in ärmlichen Verhältnissen.

Mein Leben in „staatlicher Obhut“ begann relativ früh. Zum damaligen Zeitpunkt war es in der ehemaligen Sowjetunion Pflicht, dass die Kinder ab dem ersten Lebensjahr ganztags von ihren Familien getrennt wurden und in Fremdbetreuung gehen mussten. So auch ich. Ich habe aber nur noch wenige bis garkeine Erinnerungen mehr an diese Zeit.

Ich bin mir aber sicher, dass es für ein gerade mal ein Jahr altes Kind ein absolutes Trauma darstellen muss, so früh und über einen so langen Zeitraum von seiner geliebten Mutter getrennt zu sein.

1994 entschlossen sich meine Eltern mit uns Kindern nach Deutschland auszuwandern, um uns dort ein besseres Leben ermöglichen zu können. Unsere Familie wurde vorerst im Ruhrgebiet in einem Auffanglager untergebracht. Bis 1996 lebten wir dort zu viert in einem 16 m2 großen Raum und teilten uns mit den etlichen anderen Familien einen gemeinsamen Küchen- und Sanitärbereich.

1996 bekamen wir die Freigabe für eine Mietwohnung und haben beim nächstmöglichen Angebot das Auffanglager verlassen. Da ich in der Grundschule das Glück hatte, der einzige Russland-Deutscher in meiner Klasse zu sein, ermöglichte mir das eine schnelle, erfolgreiche Integration.

2001 habe ich Belle kennengelernt und im Januar 2003 sind wir zusammengekommen. Als ich mit 17 mit der Hauptschule fertig war, begann ich eine Ausbildung als Industriemechatroniker. 2008 zogen wir dann in unsere erste gemeinsame Wohnung.

Um mich beruflich weiterzuentwickeln, begann ich 2010, parallel zur Arbeit, ein Fernstudium als Elektrotechniker im Bereich Prozess- und Automatisierungstechnik. Mein Ziel war es, die Karriereleiter weiter hochzusteigen, dadurch mehr Geld zu verdienen, um mir irgendwann den Traum von einem eigenen Haus und einen dicken Auto erfüllen zu können.

 

Vom Glück und den Sorgen Vater zu sein

2011 wurde ich dann zum ersten Mal Vater und war erfüllt voller Freude und Glück. Ab da Begann mein Leben eine ganz neue Wendung zu nehmen. Ich habe mir auch immer wieder Gedanken über die Zukunft gemacht und was ich beruflich noch tun kann, damit mein Einkommen noch etwas steigt. Schließlich wollte ich, meiner Familie ein gutes Leben ermöglichen. Der Gedanke, unseren Sohn frühzeitig in eine Fremdbetreuungsinstitution zu geben, damit auch Belle wieder arbeiten gehen konnte, um zusätzliches Einkommen generieren zu könnten, viel mir sehr schwer. So entschieden wir uns dafür unseren Sohn und auch unsere weiteren Kinder nicht aus der vertrauten Umgebung der Familie zu reizen und sie selbst zu betreuen.

Ich hatte, im Verhältnis zu vielen anderen Familienvätern das Glück, gute Arbeitsbedingungen zu haben und kam zwischen 2 – 3 Uhr nach Hause. Nichts desto trotz war ich von der Arbeit oft zu ermüdet und gestresst, dass ich mein Vatersein nur noch halbherzig leben konnte. Ich habe mich so auf meine Kinder gefreut und wollte ihnen ein guter, liebevoller Vater sein, der gerne Zeit mit ihnen verbringt und ihnen die Welt zeigt und merkte, dass ich oft garkeine Kraft mehr hatte mich intensiv mit ihnen zu beschäftigen. Ich war, im Gegensatz zu Belle, auch nicht offen für ihre kreativen Spiele, die anschließend oft in langen Aufräumarbeiten endeten. Um es auf den Punkt zu bringen: Ich war einfach zu gestresst, zu angespannt und gleichermaßen zu erschöpft.

Durch Belle, die sich immer mehr mit der Thematik  „glückliche, bedürfnisorientierte und selbstbestimmte Kindheit“ auseinandersetzte, öffneten sich auch für mich neue Horizonte und die Vorstellung einer alternativen Lebensführung manifestierte sich zunehmend in meinen Gedanken. So kam es, dass Belle´s innere positive Überzeugung von einem glücklicheren Leben, mich so sehr mitriss, dass wir 2018 gemeinsam den Schritt wagten, unsere Wohnung auflösten und ins Wohnmobil zogen. Das war der Beginn unserer Reise ins Glück und in ein ortsunabhängiges Leben.

Nach 32 Jahren in „staatlicher Obhut“ war ich nun zum ersten Mal in meinem Leben FREI und wusste im ersten Moment absolut NICHTS mit mir anzufangen. Nach einer lange andauernden Phase der Haltlosigkeit und Überforderung als plötzlicher Fulltime-Familienvater und ohne die gewohnte Tagesstruktur, fühle ich mich heute frei und – im wahrsten Sinne des Wortes – entfesselt.

Ich sehe, wie sehr meine Kinder mich brauchen und ich bin glücklich, in allen Höhen und Tiefen für sie da sein zu können.

Die Kindheit geht so schnell vorbei und ich bin dankbar dafür, meine Kinder auf ihrem Weg jederzeit als Wegbegleiter zur Seite stehen zu können.

 

  Andi

Unsere neusten

Blogbeiträge

Solaranlage Wohnmobil Einführung

Autark leben in Wohnmobil - SolaranlageEinführung Hallo zusammen,ich habe mich lange gesträubt, dieses Thema aufzugreifen, da es komplex ist. Ich wusste einfach nicht, wo ich anfangen soll. Jeder hat andere Bedürfnisse. Dem einen reicht eine kleine Solaranlage, der...

Mit Kindern Weltreise finanzieren: Tipps zur Finanzierung einer Langzeitreise mit Kindern

Weltreise finanzieren - So finanzieren wir unsere Langzeitreise mit Wohnmobil Wie kann man sich mit Kindern eine Langzeitreise bzw. Weltreise finanzieren? Irgendwo muss das Geld doch herkommen. Genau vor derselben Frage standen wir damals auch. So eine Langzeitreise...

Autark leben im Wohnmobil – Chemie- vs. Trockentoilette

Autark Leben im Wohnmobil Chemietoilette oder Trockentoilette, auch Trenntoilette genannt - was ist besser? Bevor wir im August 2018 mit unseren drei Kindern ins Wohnmobil gezogen sind, war das ein großes Thema bei uns. Wir suchten nach Alternativen zur...

Leben im Wohnmobil mit drei Kindern plus Hund – Unsere monatlichen Ausgaben

"Wieviel gebt ihr im Monat aus?" Das ist eine der mit am häufigsten gestellten Fragen, die wir euch heute gerne beantworten möchten. Vorab müssen wir sagen, dass die Ausgaben von Familie zu Familie unterschiedliche sein können. Folgende Punkte spielen dabei eine...

Sollte man Babys schreien lassen? 8 Gründe gegen das Schlaftraining

Babys schreien lassen? Was passiert mit Kindern, die unter dieser grausamen Methode einschlafen müssen? Wenn ich sogenannte "Ratgeber Bücher", wie „Jedes Kind kann schlafen lernen“ im Buchhandel entdecke, verstecke ich sie direkt hinter den anderen...

Leben im Wohnmobil mit drei Kindern – Autark Wäsche waschen

Leben im Wohnmobil - Autark Wäsche waschen Als fünf-köpfige Familie ist das Wäschewaschen bei uns ein großes Thema. Als wir noch in unserer alten Wohnung lebten, war unsere damalige 8 kg Waschmaschine mindestens zwei Mal die Woche in Betrieb. Bevor wir im...

Lotusgeburt: Für einen sanften Start ins Leben

Unsere Tochter war eine Lotusgeburt Unsere kleine Milou kam, wie ihr großer Bruder Maxime, Zuhause auf die Welt - mit einer Besonderheit: Sie war eine Lotusgeburt. Was das ist und warum einige Eltern und ich mich für eine Lotusgeburt entschieden haben, möchte ich...

Autark leben im Wohnmobi mit 3 Kindern – Wasserverbrauch

Wie hoch ist der Wasserverbrauch im Wohnmobil? Diese Frage stellte ich mir oft bevor wir die Reise antraten. Je nach Personenanzahl - in unserem Fall fünf Personen plus Hund - und Wasserverbrauch sollte man die Größe des Wassertanks einplanen. Auch sollte...

Unsere Familienbett Geschichte

Ein Familienbett – was ist das eigentlich? Bevor unser ältester Sohn Malique im September 2011 geboren wurde, kannten wir diesen Begriff noch überhaupt nicht. Auch über das evolutionäre Schlafverhalten von Babys war ich noch keineswegs informiert. Wir...

Hilfreiche Tipps zum Wohnmobilkauf für die Familie

Was muss man beim Kauf eines Wohnmobils beachten? Ihr wollst mit euren Kindern die Welt bereisen, euch eine Auszeit nehmen von all dem Alltagsstress? Ihr habt Sehnsucht danach mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, oder einfach Fernweh? Vielleicht wollt ihr euch...

Reisetipp Sagres Algarve

Urlaub mit Kindern in Sagres Während unsere Reise an der Algarve, kündigte sich meine kleine Schwester und mein Schwager an, uns besuchen kommen zu wollen. Ich freute mich riesig und machte mich sofort auf die Suche nach einer passenden Unterkunft....

Besuch uns auch bei

Wir freuen uns auf dich!