Autark leben im Wohnmobil – Chemie- vs. Trockentoilette

Autark leben im Wohnmobil – Chemie- vs. Trockentoilette

Autark Leben im Wohnmobil

Chemietoilette oder Trockentoilette, auch Trenntoilette genannt – was ist besser? Bevor wir im August 2018 mit unseren drei Kindern ins Wohnmobil gezogen sind, war das ein großes Thema bei uns. Wir suchten nach Alternativen zur eingebauten Chemietoilette, da wir uns darüber einig waren, dass wir hauptsächlich frei stehen wollen. Das stellten wir uns sehr schwierig vor mit einer Chemietoilette, deren Inhalt man regelmäßig, in kurzen Abständen sachgerecht entsorgen muss. Hier sind unsere Gründe, warum wir uns schlussendlich für eine Trockentoilette entschieden haben. Für diejenigen, die noch nicht wissen was eine Trockentoilette ist, erzähle ich vorab etwas darüber. Hierzu könnt ihr auch mein folgendes Video anschauen:

Was ist eine Trockentoilette?

Trenntoiletten/Trockentoiletten sind eine attraktive Alternative zu Chemietoiletten oder Porta Potties. Sie kommen ohne Spülwasser und ohne Chemie aus. Die flüssigen und festen Ausscheidungen werden in getrennten Behältern aufgefangen. Bei einer Trockentoilette wird beim Toilettengang das Flüssige vom Festen separat aufgefangen, was für viele erst mal befremdlich klingen mag. Dabei muss ich sagen, ist die Benutzung einer Trockentoilette wirklich sehr einfach und unterscheidet sich auch kaum von einer anderen Toilette.

Das Flüssige landet in einem Tank und das Feste in einem Feststoffbehälter, mit oder ohne Beutel, welcher Streu beinhaltet. Das kann Rindenmulch sein, Kokosfasern oder anderes Streu. Die Streu sorgt dafür, dass die Fäkalien schnell trocknen. Hat man sein Geschäft verrichtet, gibt man eine Handvoll Streu obendrauf. So deckt man seine Hinterlassenschaften für den nächsten Toilettenbesucher ab und bindet gleichermaßen den Geruch. Es gibt aber auch Trockentoiletten, die keine Trenntoiletten sind. Letztere würde ich aber nicht in mein Wohnmobil einbauen, weil sich sehr schnell ein schlechter Geruch bilden kann.

Jetzt denkt ihr sicherlich „Oh mein Gott, dass muss doch total stinken.“, aber da kann ich euch beruhigen. Es entsteht nur ein Geruch, wenn beide Hinterlassenschaften zusammenkommen und zwar, durch den im Urin enthaltenen Ammoniak. Dadurch, dass der Urin in den Tank geleitet wird, ist man vor einem unangenehmen Geruch sehr sicher. Mit unseren Kindern haben wir zu Beginn noch etwas geübt, wie sie mit der neuartigen Toilette umgehen sollen. Sie haben es aber sehr schnell verstanden. Das Toilettenpapier kann mal laut Herstellerinformation mit in den Behälter zum Festen geben. Wie das Streu, nimmt es die Feuchtigkeit auf. Wir schmeißen unser Toilettenpapier allerdings in einen separaten Mülleimer, weil der Behälter für das große Geschäft sonst zu schell voll wird.

Vor- und Nachteile einer Trockentoilette

Auch Trockentoiletten haben, wie alles im Leben, ihre Vor- und Nachteile:

 

Vorteil:

  • Man benötigt keine Chemie
  • Man benötigt kein wertvolles Wasser zum spülen
  • Die Entsorgung ist einfacher
  • Man kann länger autark stehen

 

Nachteile:

  • Man muss zum Abdecken Streu mit an Bord haben
  • Für eine möglichst einfache Entleerung, benötigt man Tüten für den Behälter

Nachteile einer Chemietoilette

Eine Chemietoilette ist schnell voll. Da in den Behälter in der Regel nur 17 l rein passt, reicht dieser für zwei Erwachsene höchstens für ca. drei Tage und das Ding ist voll. Bei uns wäre die Toilette mit drei Kindern dementsprechend in ca. zwei Tagen voll. Was machen viele Reisende, um die wenigen Tage zu strecken? Für das kleine Geschäft gehen sie in die Büsche. Manche auch für die größeren Geschäfte. Dann ist die Chemietoilette vielleicht erst in fünf Tagen voll.

Entsorgung der Chemietoilette ohne Entsorgungsstation

Was machen viele Freisteher jetzt mit dem vollen Behälter, wenn in der Nähe keine Entsorgungsstation ist??? Das bleibt ein Geheimnis. Von manchen habe ich mitbekommen, dass sie einen Spaten dabei haben, um den Inhalt des Behälters zu vergraben. Andere wiederum kippen den Inhalt von dem Behälter einfach hintern Busch. Egal, wie man versucht das Problem mit der Entsorgung zu lösen, es ist immer mit Schwierigkeit verbunden. Außerdem ist es keine schöne Sache, wenn man die flüssige Pampe in die Botanik auskippt.

Wir bevorzugen es auf jeden Fall unsere Trockentoilette zu benutzen, anstatt ins Gebüsch zu gehen. Ich erledige mein Geschäft entspannt und in Ruhe. Ich muss nicht ständig, wie ein Erdmännchen meinen Kopf hochstrecken und Ausschau halten, ob mich vielleicht irgendjemand beobachtet.

Damit uns der ganze Stress erspart bleibt, haben wir uns für eine Trockentoilette entschieden, womit wir auch autark längerfristig auf´s Klo gehen können.

Umweltverschmutzung vermeiden

Was hat das Leben im Wohnmobil mit wohnen zu tun, wenn ich jedes Mal irgendwo in der Natur mein Geschäft erledigen muss. Ich bin damals auch nicht extra aus dem Haus rausgegangen und habe den nächsten Busch angepeilt, um mein Geschäft zu erledigen. Und ganz ehrlich – ich hab SATT, überall die ganzen Toiletten (Büsche) mit ihren Fäkalien und Unmengen an Taschentüchern, Toilettenpapier und Feuchttüchern zu sehen. Letztere lassen sich ja nicht einmal auflösen. Eine Umweltverschmutzung sondergleichen. Nicht selten sehen wir an den schönsten Plätzen in jeder Ecke die Überbleibsel menschlicher „Toilettengänge“.

Immer mehr schöne Plätze werden mit Parkverboten für Wohnmobile ausgeschildert, weil viele Menschen zu faul sind, ihren Dreck wegzuräumen. Ja, ich weiß, es sind nicht immer nur die Wohnmobilisten dafür verantwortlich. Wenn man lieber draußen sein großes Geschäft verrichten möchte, wäre es für die Allgemeinheit und die Aufrechterhaltung schöner Plätze sehr angenehm, wenn man seine Fäkalien anschließend entsorgt oder vergräbt, vor allen Dingen aber seinen Müll mitnimmt. Die meisten Menschen regen sich über herumliegende Hunde-Tretmienen auf – genau wie wir. Noch schlimmer finden wir aber die menschlichen „Natur-Toiletten“, die vollgemüllt sind mit Klopapier, Taschen- und Feuchttüchern.

Für welche Trenntoilette haben wir uns entschieden

Da unsere Reise schon quasi vor der Tür stand, haben wir eine fertige Trockentoilette gekauft. Viele Leute, die sich für eine Trockentoilette interessieren, bauen sich selbst eine ein. Das hätte ich auch gemacht, aber uns fehlte damals die Zeit dafür. Wenn ihr genügend Zeit habt, würde ich euch raten, euch selbst eine Trockentoilette einzubauen. Bei Youtube findet ihr zahlreiche Anleitungen dazu.

Es gibt viele verschiedene Modelle von Trenntoiletten. Für uns kamen speziell zwei Modelle in die engere Auswahl. Einmal die Nature´s Head* und des Weiteren die Separett Villa 9000* Trockentoilette. Am Ende haben wir uns für die Nature`s Head entschieden, da dieses Model mich in erster Linie, wegen der Funktion mit der Spindel und dem Kompostieren sehr überzeugt hat. Dazu aber später.

Zudem ist sie in die Breite gebaut und nicht in die Länge wie die Separett Villa 9000. Dadurch haben wir mehr Beinfreiheit beim Sitzen und, wenn wir vor dem Waschbecken stehen. Im obigen Video gehe ich u.a. noch einmal genauer darauf ein, wie die Nature´s Head funktioniert. Welches Trockentoiletten-Modell für einen das richtige ist, muss da jeder für sich entscheiden, auch in Anbetracht der Größe des WCs.

Nature´s Head

nature´s head trockentoilette

Separett Villa 9000

Nature´s Head Trockentoilette im Langzeittest

Unser Erfahrungbericht

Bevor ich mich für den Kauf der Nature´s Head entschieden habe, habe ich mir etliche Erfahrungsberichte auf Youtube und Blogs angeschaut und war positiv gestimmt, als dort erzählt wurde, dass man die Toilette nur ca. alle vier Wochen reinigen muss. „Damit kann ich leben.“, dachte ich. Als wir dann im August 2018 unsere Reise antraten, die Nature´s Head war eingebaut und startklar, war ich mir sicher, es würde alles so laufen, wie angepriesen. Ich habe aber schnell realisiert, dass dem leider nicht so war.

Das Kompostieren der Toilette hat nicht so funktioniert, wie es in vielen Erfahrungsberichten gelobt wurde. Es würde vielleicht funktionieren, wenn man die Toilette nicht regelmäßig benutzt. Ich muss sagen, die ersten paar Tage war ich mit der Nature´s Head auch sehr zufrieden. Nach ca. 8 bis 10 Tagen, konnte man die Kurbel allerdings nur noch sehr schwer drehen. Sprich die Toilette ist voll.

Also nix mit 4 Wochen, wie es so mancher im Internet erzählt. Auch, wenn man nur in einem Zwei-Personen-Haushalt lebt, ist es m.E. nicht möglich, bei permanenter Benutzung, 4 Wochen, ohne Entleerung, mit der Toilette auszukommen. „Ok,“, dachte ich mir aber erst mal, „vielleicht habe ich etwas falsch gemacht!?“ Ich fange also wieder an, bei Facebook zu recherchieren. Die Meinungen gingen stark auseinander. Der eine sagt, dass man die Kokosfasern nur mit 1 Liter heißem Wasser zersetzen solle. Ein anderer wiederum meint, 0,7 Liter reichen aus. Der nächste schreibt, man nehme 1 Liter kaltes Wasser und lasse es über mehrere Tage einweichen usw.

Ich habe AAAALLES ausprobiert, über mehrere Monate. Schlussendlich habe ich festgestellt, dass man noch nicht mal mit Zauberei verhindern kann, dass die Toilette spätestens nach 10 Tagen voll ist (was allerdings ein weitaus längerer Zeitraum ist, als der einer Chemietoilette). Zumindest bei uns als 5-köpfige Familie. Und egal was mir alle erzählen, von wegen die Toilette reiche für mehrere Wochen aus. Ich bin sicher, dass diese Leute die Toilette nicht permanent benutzen, sonder nebenbei auch außerhalb ihres Wohnmobils ihr Geschäft verrichten.

Die Nature´s Head Herstellerinfos

Der Feststoffbehälter fasst in der Regel 60 – 80 Benutzungen. Das ist abhängig von der Kompostierzeit. Der Behälter wird vor der ersten Benutzung oder nach einer Leerung mit ca. 9 l Kokoserde* befüllt. Nach jedem großen Toilettengang kann man mit der Kurbel alles verrühren, damit der Kompostiervorgang leichter umgesetzt werden kann. Für die Entleeren des Feststoffbehälters können 60 l Mülltüten genutzt werden. Einfach drüber ziehen und umdrehen. Nach der Leerung kann man frische Kokosfaser einfüllen. Da alle Rückstände als Beginner für den nächsten Kompostierungsprozess nützlich sind, ist es nicht notwendig, den Behälter zu säubern.

So besagt es der Hersteller. Ich habe die Nutzung nach langer Erfahrung etwas abgeändert und vereinfacht, indem ich die Kurbel ausgebaut habe und direkt eine Mülltüte in den Feststoffbehälter eingelegt habe. Anstatt Kokosfasern, die ich auch anfänglich genutzt habe, fülle ich den Sack jetzt mit einfachem Streu aus dem Tierbedarf.

Der Urinbehälter hat ein Fassungsvolumen von circa 8,3 l. Um ihn zu leeren, öffnet man lediglich die zwei seitlichen Verschlüsse, hebt den Deckel etwas an und schraubt den Drehverschluss auf den Tank. Anschließend zieht man diesen aus seiner Platzierung in der Toilette heraus.

Es befindet sich ein 12 V Stecker oder das 230 V Netzteil in der oberen rechten Ecke des Lüftergehäuses. Dieser ist – selbstredend – für die Lüftung. Der Abluftschlauch befindet sich auf der Seite des Lüfters. Man kann das Lüftergehäuse und die Luftzufuhr mit dem Fliegengitter tauschen, wenn sich bspw. eine Seite besser als die andere eignet, um die Abluft zu realisieren.

Nature´s Head im Gebrauch

Also, wie funktioniert jetzt unsere Trockentoilette? Anders als die Herstellervorgaben packe ich in den Behälter einen großen Plastiksack rein. In den Sack schütte ich etwas Holzspäne-Streu. Dann wird schichtweise vorgegangen. Stuhlgang erledigt Streu drüber usw. Nach ca. 7 bis 8 Tagen ist der Behälter bei 4 Personen voll. Sack raus, im Müll entsorgt, neuer Sack rein –  fertig ist die Entsorgung. Durch die Entlüftung mit dem kleinen, sehr leisen Ventilator entstehen in der Toilette keine Gerüche.

Der Urinbehälter ist nach ca. drei Tagen voll. Deswegen haben wir zwei davon. Ist der Behälter voll, wird er ausgetauscht und der volle Behälter wird bei der nächsten Gelegenheit entleert. Dazu muss ich sagen, dass wir nur unsere Toilette benutzen und nicht, wie manch andere, in die Büsche gehen (außer die Jungs manchmal). 

Nature´s Head Trockentoilette reinigen

Alle 8 Tage die Toilette mit dieser Pampe zu entsorgen, ist keine schöne Arbeit. Auch das Innere des Feststoffbehälters zu reinigen, gehört nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Für eine leichtere Reinigung und Entleerung habe ich im Nachhinein einfach die Kurbel ausgebaut und in den Fäkalienbehälter eine Tüte eingespannt. So brauche ich nur die Tüte rausholen, im Müll entsorgen und einen neuen Sack einspannen. Mülltonnen haben wir autark bisher immer irgendwo gefunden. Sollte aber keine in der Nähe sein, vergraben einige Trockentoilettennutzer ihr großes Geschäft einfach – selbstverständlich OHNE die Plastiktüte.

Nature´s Head Trockentoilette einbauen

Der Einbau der Nature´s Head Trockentoilette ist relativ simpel. Erst mal kommt die Chemietoilette raus – sind ja nur Schrauben zu lösen. Dann habe ich an dem Wasserschlauch zur Chemietoilette einen Blindstopfen gesetzt, damit in Zukunft kein Wasser raus läuft. Die 12 V Spannung von der Chemietoilette habe ich einfach an den Ventilator, der an der Nature`s Head befindet angeklemmt. In die Serviceklappe habe ich ein Loch gemacht. Dort habe ich dann den neuen Schlauch zum Entlüften angeschlossen. Und fertig ist der Einbau. Im Video oben auf der Seite, gehe ich noch einmal genauer auf den Einbau ein.

Fazit:

Eine Trockentoilette ist m.E. wirklich eine sehr gute Alternative zu einer Chemietoilette. Vor allen Dingen, wenn man bevorzugt frei stehen möchte. Wir sind, obwohl wir mit anderen Erfahrungsberichten bzgl. der Nutzungsdauer unserer Nature´s Head Trenntoilette nicht konform gehen, sehr zufrieden mit der Toilette. Wir müssen sie immerhin erst nach 7 – 8 Tagen entleeren und das geht relativ schnell Sack raus, Sack rein. Abgesehen von den Urinbehältern, die man aber einfach im Gebüsch entleeren kann. Mit der Trockentoilette sparen wir zudem unsere Wasserressourcen. Gut, wir müssen zwar zusätzlich Streu mit an Bord haben, aber die paar Kilo machen den Kohl auch nicht fett.

Habt die nötige Zeit und seid zudem handwerklich begabt, würde ich euch aber dazu raten, euch eine eigene Trockentoilette einzubauen, wenn ihr Lust dazu habt. Vor allen Dingen könnt ihr diese dann optimal euren Raumbegebenheiten anpassen. Hätte ich die nötige Zeit und Mittel gehabt, hätte ich mir definitiv eine Trockentoilette selbst gebaut. Dazu gibt es viele geniale Anleitungen bei Youtube.

Ich hoffe, der Beitrag konnte euch etwas weiterhelfen. Solltet ihr noch weitere Fragen oder Anregungen haben, hinterlasst mir gerne ein Kommentar.

Liebe Grüße

     Andi

Unsere

Trockentoilette & Zubehör

Nature´s Head*

Kokoserde*

Kleintierstreu*

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Und am Ende des Tages sollten deine Füße dreckig, deine Haare zerzaust und deine Augen leuchtend sein!“

 

Ein wunderschönes Zitat, nachdem wir leben. Unsere Kinder kommen jeden Abend mit leuchtenden Augen „nach Hause“ – ins Wohnmobil. Ihre Kleidung sieht dabei nicht minder dreckig aus, wie ihre Füße. Unser kleines Ferkelchen Milou braucht nicht einmal einen ganzen Tag dafür. Kaum ist sie draußen, schon ist sie schmutzig. Demzufolge füllt sich unser Wäschesack an manchen Tagen in Rekordzeit. Es ist zwar anstrengend den Kindern ständig hinterherzuputzen, sobald sie das Wohnmobil betreten, aber sie sollen voll und ganz Kind sein dürfen und sich austoben. Dazu gehört nun mal auch sich schmutzig zu machen.

 

Wäsche waschen in Waschsalons

Die ersten Waschgänge habe wir in Waschsalons getätigt. Wir wollten wissen, wie kostspielig das alles ist. Beim ersten Waschsalon in Deutschland, haben wir eine 18kg Waschmaschine und einen 18kg Trockner benutzt. Die Kosten lagen ca. bei 20€. Ich dachte mir: „Und das jede Woche? Da bist du bei 80€/Monat. Davon kann ich für 5 Tage Lebensmittel einkaufen.“ „OK“, dachte ich mir, „ist vielleicht in Deutschland nur so teuer!? Sobald wir in anderen Ländern sind, wird es günstiger.“ Ich musste leider feststellen, dass es nicht so war. Ob Frankreich, Spanien oder Portugal – bei einer 18kg Waschmaschine + 18kg Trockner liegen die Kosten bei ca. 12€ bis 15€, je nachdem, wo man ist.

 

Übrigens: Im Ausland findet man, im Gegensatz zu Deutschland, ständig irgendwo einen Waschsalon. In Frankreich, Spanien und Portugal sind sie weit verbreitet. Oft findet man sie an Tankstellen, größeren Supermärkten oder mitten in den Städten.

 

Wir mussten aber leider feststellen, dass die Preise der Waschmaschinen und Trockner nicht das größte Problem sind, sondern die Geräte selbst. 90% der Geräte waschen die Wäsche mangelhaft und die Trockner erfüllen auch nicht alle ihren Dienst. Ist ja auch klar, wie soll das gehen? Z.B.

 

Die Waschmaschinen

Ein Waschgang dauert 30 Minuten. Was soll denn da sauber werden? Das Einweichen der Wäsche dauert doch schon locker 10 Minuten. Dann ca. 6 Minuten Schleudern am Anfang und am Ende des Waschvorganges. Da bleiben für das richtige Waschen mit Waschmittel und 40°C heißem Wasser nur noch 14 Minuten übrig. Da wird doch nichts sauber. Die 40°C werden eh meistens nie erreicht. Von 60°C brauchen wir erst garnicht zu reden. Und dazu kommt noch, dass man bei den meisten Waschsalons nicht sein eigenes Waschmittel benutzen kann. Die Maschinen vor Ort haben häufig schon Waschmittel integriert. Wenn man das überhaupt Waschmittel nennen kann. Wir waren nach dem Waschen in Waschsalons oft sehr enttäuscht von dem Ergebnis. Oft war die Wäsche einfach nicht richtig sauber geworden und gut gerochen hat sie auch selten.

 

 

Die Trockner

Will man die Wäsche nun im Trockner trocknen, kann man in der Regel drei Temperaturen einstellen: Kalt, 50°C und 80°C. Natürlich stellten wir immer direkt auf 80°C ein. Eines ist klar: die 80°C werden zur 95% eh nicht erreicht. Man ist schon froh, wenn der Trockner überhaupt warm wird. Bei vielen  Trocknern ist die Heizung kaputt. Die zweite Einstellung bei den Trocknern, ist die Laufzeit. Diese fängt in der Regel bei 15 Minuten an. Wir bezahlen immer direkt für 30 Minuten, denn der Trockner braucht schon allein 10 Minuten, um überhaupt warm zu werden. Am Ende verbringt man eine Stunde im Waschsalon und ist 15€ bis 20€ los. Dazu ist die Wäsche oft weder richtig sauber noch trocken. Das sind auf jeden Fall unsere persönlichen Erfahrungen mit dem Waschen der Wäsche in Waschsalons.

 

Alternativ autark Wäsche waschen

Viele autark Reisende Familien waschen ihre Wäsche alternativ mit der Hand (zum Teil auch einfach nur kalt), anstatt zu herkömmlichen Waschsalons zu fahren. Andere nutzen einen verschließbaren, wasserdichten Sack oder ein Fass, welches sie mit Wasser und der schmutzigen Wäsche füllen. Durch das Ruckeln, während der Fahrt, soll nun die Wäsche im Sack oder Fass gewaschen werden. Wir haben letztere Variante noch nicht ausprobiert und können daher kein Feedback zum Waschergebnis geben. Aber eines ist bei beiden Waschvorgängen sicherlich gleich: Sie verursachen einen hohen Wasserverbrauch.

Möchte man hauptsächlich autark stehen, ist Wasser natürlich ein wichtiges Element, mit dem man sparsam umgehen sollte. Wir haben uns viele Gedanken gemacht, wie wir es mit dem Wäschewaschen handhaben wollen. Bei der Schmutzwäsche, die unsere Kinder täglich verursachen, kam für uns das Waschen mit der Hand, wie zu Großmutters Zeiten auf keinen Fall in Frage. Nicht nur, dass es uns zu zeitaufwendig war, sondern alleine der Kraftaufwand, der damit verbunden ist, hat uns von vornherein abgeschreckt. Bei der Methode mit dem Sack oder dem Fass, konnten wir uns ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass das Waschergebnis uns zufriedenstellen würde. Das ist aber nur eine reine Vermutung, da wir es noch nicht ausprobiert haben. Außerdem wollten wir uns nicht darauf beschränken, nur dann Wäsche waschen zu können, wenn das Wohnmobil on the Road ist.

Wie schon bereits in unserem Beitrag „Autark Leben im Wohnmobil – Wasserverbrauch“ erwähnt, reichen unsere drei 30l Weithalskanister* für sechs Waschgänge aus, wenn wir das Wasser nicht anderweitig nutzen. Natürlich beziehen sich die Angaben speziell auf unsere Waschmaschine. Da ist der Wasserverbrauch von Modell zu Modell unterschiedlich.

 

Unsere Mini Waschmaschine

Wir haben uns dann schlussendlich dafür entschieden uns eine Camping Waschmaschine zu kaufen. Zuvor haben wir uns viele positive Berichte dazu angeschaut, die uns überzeugt haben. Ich möchte betonen, dass eine Mini Waschmaschine ABSOLUT KEIN MUSS ist. Wie oben schon erwähnt, kommen viele Reisende ohne sie aus. Also, wenn ihr euch mit Handwäsche, oder mit so einem Waschsack oder -fass arrangieren könnt, dann braucht ihr euch nicht unbedingt extra eine Camping Waschmaschine anschaffen.

Wir hingegen sind sehr glücklich darüber eine Waschmaschine mit an Board zu haben. Sie hat uns nicht nur das Leben und das Wäschewaschen enorm erleichtert, sondern sie ist zudem auch sehr wassersparend. Unsere Camping Waschmaschine hat zwei separate Kammern. Links wird die Wäsche gewaschen und rechts die Wäsche geschleudert. Eine Camping Waschmaschine hat natürlich eine kleinere Wäschetrommel als eine große Waschmaschine, aber ist auf jeden Fall besser als die typischen Salon Waschmaschinen.

Wir verbrauchen beim Wäschewachen ca. 30l Wasser. Das reicht aus für zwei Waschgänge. Pro Waschgang wäscht die Maschine 2kg Wäsche.

 

 

One Concept DB003 230V

Wir haben uns für die One Concept DB003 230V* entschieden. In die linke Kammer kann man Wäsche bis 2 kg legen und in der rechten Kammer befindet sich eine Wäscheschleuder. Wir haben uns aus folgenden Gründen ausgerechnet für diese Waschmaschine entschieden:

  • Sie ist kompakt gebaut und nimmt nicht zu viel Platz ein
  • Sie verfügt über zwei Kammern – eine zum Waschen und eine zum Schleudern
  • Sehr gutes Preisleistungsverhältnis
  • Mit nur 10 kg geringes Gewicht

Wir nutzen die Maschine jetzt seit über 10 Monaten und sind positiv überrascht, wie zuverlässig diese kleine Waschmaschine doch ist. Das Waschergebnis ist ebenfalls sehr gut, wenn man richtig mit der Maschine umgeht. Wie, dass zeige ich euch hier im Video:

 

 

Ich muss dazu sagen, dass wir das Wasser in unserem Thermomix aufwärmen, um Gas zu sparen. Da das Fassungsvolumen des TM-Behälters relativ klein ist, müssen wir mehrfach Wasser erhitzen, bis die Waschmaschine startklar ist. Das nehme ich aber gerne in Kauf, wenn ich vergleiche, was mich beim Wäschewaschen im Waschsalon erwartet. WIr stehen ja auch nicht unter Zeitdruck.

Zum Wäschewaschen benutzen wir ein ökologisches Waschmittel*, damit wir das Abwasser nach dem Waschvorgang unbedenklich ablassen können.

 

Wäsche waschen in Waschsalons bedeutet für uns nur Stress

Wollen wir zum Waschsalon fahren, muss das Wohnmobil erst einmal fahrbereit gemacht werden. Das ist schon mal ein großer Zeitfaktor, den man nicht unterschätzen sollte. Als nächstes kommt die Parkplatzsuche. Die kann sich, besonders bei großen Wohnmobilen, sehr schwierig erweisen. Mit unserem bspw. kommt es nicht selten vor, dass wir erst einen Kilometer vom Waschsalon entfernt einen Parkplatz finden.

Gut, viele schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe und verbinden das Wäschewaschen mit dem Einkaufen. Das haben wir auch oft so gehandhabt. Hier im Ausland gibt es ja – wie oben bereits erwähnt – an den meisten großen Supermärkten die Möglichkeit seine Wäsche zu waschen. Mit drei Kindern allerdings kann der gesamte Tagesablauf dadurch sehr stressig werden. Die Kinder können meistens nicht einfach raus gehen und spielen, da an den Parkplätzen starker Verkehr herrscht. Sie sind in der Zeit also im Wohnmobil gefangen, wodurch wir uns gegenseitig ordentlich auf die Nerven gehen. Wenn wir Glück haben, ist eine schöne Altstadt in der Nähe. Dann kann ein Elternteil mit den Kindern eine Stadtbesichtigung machen, während der andere die Wäsche waschen geht. Aber diese Bedingungen sind halt nicht immer gegeben.

Wenn sich die Wäsche bei uns angesammelt hat, haben wir oft so einen großen Stapel, dass unser gesamter Bollerwagen voll ist. Diesen müssen wir dann erstmal zum Waschsalon bringen. Nach mehr als einer Stunde kommen wir dann oft frustriert wieder zum Wohnmobil zurück. Viele Waschmaschinen waschen einfach nicht gründlich genug und die Trockner erledigen ihren Dienst auch nicht immer gewissenhaft.

Alles in allem geht durch das Fahren zum Waschsalon oft ein ganzer Tag flöten. Mit der Camping Waschmaschine ist es zwar umständlicher zu waschen, als mit einer gewöhnlichen Waschmaschine, aber ein großer Vorteil – man muss sich nicht vom Platz bewegen. Die Kinder können draußen rumlaufen und spielen. Während die Waschmaschine läuft, kann man andere Sachen erledigen, mit den Kindern spielen oder sich etwas ausruhen. Bei mir ist es je nach Laune unterschiedlich. Wenn nichts anliegt, ruhe ich mich auch einfach mal aus, mach mir einen Kaffee, setzte mich entspannt nach draußen und warte bis die Maschine fertig ist. Das ist auf jeden Fall um einiges entspannter, als zum Waschsalon zu fahren. Allerding hätte ich mir im Nachhinein betrachtet und im Anbetracht des Volumens unserer Heckgarage, lieber das größere Modell dieser Waschmaschine angeeignet. Da passt in einen Waschgang einfach viel mehr rein. Mit 4,8 kg hat 2,8 kg mehr Fassungsvolumen im Vergleich zu unserer. Und bei uns fällt oft echt ordentlich Wäsche an, da wir unsere Kinder im Spiel nicht einschränken wollen und sie sich ordentlich schmutzig machen dürfen.

 

Fazit:

Wenn man als Familie auf Reisen mit dem Wohnmobil bevorzugt autark stehen möchte, sollte man sich von vornherein Gedanken darüber machen, wie man seine Wäsche waschen möchte. Ob im Waschsalon, mit der Hand, in einem speziellen Wäschesack, oder einer Camping Waschmaschine. Dazu ist wichtig sich die Frage zu stellen „Wie lange bin ich mit dem Wohnmobil unterwegs?“ Macht ihr nur eine zwei wöchige Urlaubsreise, ist es total unnötig sich dafür extra Equipment zum Wäschewaschen anzueignen. Habt ihr allerdings eine längere Reise geplant und keine Lust regelmäßig Geld in Waschsalons rauszuschmeißen, wäre es auf Dauer natürlich günstiger, dieses Geld in eine gute Mini Waschmaschine zu investieren. Es ist aber ABSOLUT KEIN MUSS. Wir haben viele Familien kennengelernt, die ohne Waschmaschine reisen und alternativ, oder wie zu Großmutters Zeiten ihre Wäsche waschen.

Falls ihr aber lieber den Komfort einer Camping Waschmaschine nutzen wollt, können wir euch unsere nur wärmstens weiterempfehlen. Gerade, wenn ihr mehrere Kinder habt, die täglich schmutzige Kleidung mit „nach Hause“ bringen. Wir genießen es total nicht abhängig von der Suche nach dem nächsten Waschsalon zu sein und entspannt vor Ort unsere Wäsche waschen zu können. Wir sind wirklich sehr zufrieden mit dem Waschergebnis unserer Maschine. Es ist definitiv größtenteils zufriedenstellender, als von den herkömmlichen Maschinen der Waschsalons. Autark mit eigener Waschmaschine ist für mich eine große Bereicherung und ein Stück mehr Unabhängigkeit.

 

Falls ihr noch Fragen und Anregungen habt, schreibt sie mir gerne in die Kommentare.

Viele liebe Grüße

   Andi

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Als wir losgefahren sind, war nur unser festverbauter 150L Frischwassertank vollaufgetankt. Weil wir noch nie zuvor mit einem Wohnmobil unterwegs waren, hatten wir absolut keine Ahnung, wie wir mit dem Wasserverbrauch umgehen sollten. Wir lebten erstmal sehr verschwenderisch. Der Wassertank war bereits innerhalb von drei Tagen leer. Wir merkten auf einmal, dass 150L Wasser garnicht so viel ist, wie es sich anhört und fuhren ständig neue Wasserversorgungstationen an. Beim dritten Mal Wasser tanken fiel uns dann direkt auf, dass wir vergessen haben uns einen Schlauch mit Anschluss zu besorgen. An den beiden vorigen Stationen waren Wasserschläuche vorhanden. Aber in der Regel verfügen Versorgungsstation nicht über Wasserschläuche.

Also sind wir erstmal zum nächsten Baumarkt gefahren, um einen Schlauch mit Anschluss zu kaufen. Der Anschluss muss ein Adapter mit mehreren Verschraubungen haben, denn die Wasserhähne haben verschiedene Verschraubungen. Zusätzlich haben wir uns einen Wasserzähler für den Wasserschlauch gekauft. Mit diesem kann man erkennen, wie viel Liter schon in den Tank rein geflossen sind. Positiver Effekt: Man braucht dann nicht ständig ins Wohnmobil gehen und gucken wie voll der Tank ist. 

In den nächsten Wochen habe ich experimentiert, wie man den Wasserverbrauch sehr stark reduzieren kann. Dabei stellte ich fest, dass man sehr wohl lange mit 150l Wasser auskommen kann, wenn man es denn will. Dabei will ich betonen, dass wir die 150l aus dem Tank ausschließlich für das Spülen und Waschen verbrauchen. Zum Kochen und Trinken nutzen wir ausschließlich gekauftes Wasser, da wir noch keinen Wasserfilter haben. Außerhalb Deutschlands ist das Frischwasser sehr chlorhaltig (Frankreich, Spanien, Portugal). Daher möchten wir mit diesem Wasser nicht kochen geschweigedenn es trinken. Ja, wir haben damals leider an falscher Stelle gespart. Ein guter Wasserfilter ist wirklich sehr zu empfehlen, wenn man das Wasser aus dem Wassertank zusätzlich zum Kochen oder Trinken benutzen möchte. Kommen wir wieder zu Wasserverbrauch, ich merke, ich schweife vom Thema ab. Sorry!

 

Autark Wasser sparen

Unsere Tipps

Geschirr Spülen: Wir stehen ja immer nur autark und nicht auf Campingplätzen. Also sorgen wir dafür, wenn wir länger irgendwo stehen wollen, dass der Wassertank voll ist. Müssen wir Geschirr spülen, dann machen wir den Lappen nass, mischen es mit Spülmittel und der Wasserhahn bleibt erstmal zu. Das komplette Geschirr mit Spülmittel bearbeiten. Wenn es erledigt ist, wird der Wasserhahn nur soweit aufgemacht, bis ein sehr dünner Wasserstrahl läuft. Damit wird das Geschirr abgespült. Fertig – und alles wird sauber. Es dauert halt etwas länger als normal, aber uns stört das nicht. Wenn wir früher in unserer alten Wohnung Geschirr spülten, wurde einfach der Wasserhahn aufgedreht und mit literweisem Wasser gespült. Schließlich hatte man ja genug. Machst du das so im Wohnmobil, dann kannst du jeden zweiten Tag Wasser tanken fahren.

Waschen und Duschen: Zum Händewaschen reicht uns ein sehr dünner Strahl vollkommen aus. Während wir die Hände einseifen, machen wir den Wasserhahn kurz aus. Danach schnell mit dünnem Strahl abspülen – fertig.

Beim Duschen ist der Wasserverbrauch sehr hoch, besonders an kalten Tagen. Geht man in die Dusche rein und öffnet die Duschbrause, dauert es erstmal eine Weile, bis warmes Wasser ankommt. Das zuerst herausgeflossene kalte Wasser, ist dabei unnötig verschwendetes Wasser (es sei denn, man ist Kaltduscher). Kommt das warme Wasser endlich an, beginnt man mit der Regulierung der für sich optimalen Temperatur. Und wieder wird in diesem Moment Wasser verschwendet.

Um mehr Wasser zu sparen, habe ich mir einfach ein kleines Gadget einfallen lassen. Ich habe eine leere 1,5L Wasserflasche genommen und in die Verschlusskappe viele kleine Löcher gebohrt. Wir erwärmen 1,5 l Wasser in unserem Thermomix auf 45°C. Anstatt den Thermomix kann man auch einfach einen Wasserkocher nehmen. Nur nicht das Wasser zu heiß machen. Sonst zieht sich die Plastikflasche zusammen. Das warme Wasser kommt in die Flasche. Bis wir uns zum Duschen bereit gemacht haben, hat sich das Wasser in der Flasche auf ca. 40°C abgekühlt. Für uns als Warmduscher die optimale Temperatur. Jetzt kann man die Flasche mit einer Hand als Dusche benutzen. Wir machen uns mit ca. 0,5L nass. Danach einschäumen und mit dem Rest des Wassers waschen wir uns ab. Und das klappt wunderbar!

Als ich Belle das erste Mal von meiner Idee erzählt habe, hat sie mich angeguckt, als wollte ich sie veräppeln. Früher konnte sie stundenlang unter der Dusche stehen und sang dabei die Top 100 der aktuellen Musikchats runter. Für sie war es unvorstellbar, dass man sich mit so wenig Wasser duschen konnte. Ich hab ihr dann gesagt, dass sie es einfach ausprobieren soll. Nachdem sie es probiert hat, war sie positiv überrascht, dass man mit so wenig Wasser tatsächlich auskommt. Da sie lange Haare hat, braucht sie allerdings eher eine 2L Flasche, aber mehr auch nicht. Die Kinder werden auf die gleiche Weise geduscht. Und so kommen wir auf einen Wasserverbrauch von nicht mehr als 10L pro Tag.

Dazu kommt noch, dass die Kinder manchmal mit Wasserfarben malen wollen, oder die kleine Milou draußen mit einer Wasserschale planschen will. Auch der Boden muss alle paar Tage gewischt werden. So kommen wir mit unserem 150L Frischwassertank ca. 12 Tage aus. Natürlich ohne Wäsche waschen.

Ausreichend Wasser für 12 Tage

Also, wenn wir sparsam mit dem Wasser umgehen, kommen wir 12 Tage, inkl. 6 Mal Wäsche waschen, mit unserem 150L (Tank) + 90L (Kanister) = 240L Frischwasser aus. Wenn es hart auf hart kommt und es gäbe weit und breit keine Wasserstelle, dann könnten wir (ohne selbst Wäsche zu waschen), bei 10L/Tag Verbrauch, ca. 24 Tage unterwegs sein. Ist jetzt allerdings noch nicht vorgekommen. Für eine Wüstenfahrt wären wir aber gut vorbereitet (Spaß).

Wir sparen auch zusätzlich viel Wasser, da wir die Chemie-Toilette durch eine Trockentoilette ersetzt haben.

 

Wäsche waschen

Wäsche waschen im Waschsalon ist nicht billig. Z.B. eine 4kg Waschmaschine und 30 Minuten trocknen kostet zusammen ca. 7€. Dabei wird die Wäsche selten sauber und meistens auch nicht trocken.

Wir haben viele Menschen auf unserer Reise kennengelernt, die oft mit der Hand waschen, um Geld zu sparen. Damit wir unabhängig und ohne großen Arbeitsaufwand Wäsche waschen können, haben wir uns eine Campingwaschmaschine für das Wohnmobil gekauft. Zum Waschen haben wir uns zusätzlich 3x30l Wasserkanister geholt. Diese haben wir in der Heckgarage verstaut, wo auch unsere Campingwaschmaschine steht. Bei einen Waschgang werden ca. 15l Wasser verbraucht. 3 Kanister Wasser reichen also für 6 Waschgänge. Zum Thema „Wäsche waschen“ habe ich hier noch einen extra Beitrag geschrieben. Das ist ein Thema für sich.

Unser Equipment zum Wasser tanken

Praktisches Zubehör (Produktempfehlung)

Da wir bevorzugt autark stehen, tanken wir oft an alternativen Stellen (Quellen, Strandduschen, Grillplätzen mit Wasseranschlüssen). Nicht überall auf unserem Weg finden wir in der Nähe Wasserstationen. Daher ist es für uns praktisch bestimmte Sachen dabei zu haben:

  • Ein ca. 10m langer Wasserschlauch*. Es kommt oft vor, dass man so ungünstig steht, dass der Tankdeckel für Wasser auf der falschen Seite ist. Dann ist man froh, wenn man einen langen Schlauch dabei hat, den man um das Wohnmobil ziehen kann. Jetzt denken sich manche vielleicht: „Warum drehst du das Wohnmobil nicht einfach um?“ Nun, manchmal ist es so, dass man nicht so dran fahren kann, wie man es gerne möchte.

 

  • Der Wasserschlauch braucht einen Anschluss mit Adapter* mit verschiedenen Gewindegrößen. Ob in Deutschland, Frankreich, Spanien oder Portugal etc. – es sind überall verschieden Wasserhähne mit variierenden Größen.

 

  • Man kann sich auch zusätzlich einen Wasserdeckel mit Anschluss* für den Schlauch holen. So hat man den Schlauch an beiden Seiten fest angeschlossen und muss den Schlauch, während des Tankvorgangs, nicht permanent festhalten.

 

  • Zwischen dem zusätzlichen Wasserdeckel, kann man einen Wassermengenzähler* anschließen, damit kontrolliert man, wie viel Wasser bereits in den Wassertank geflossen ist, ohne ständig hin und herlaufen zu müssen und die Wasserstandanzeige im Wohnmobil ablesen zu müssen.

 

  • An manchen Orten gibt es Quellen, Strandduschen, oder Waschbecken an Picknickplätzen, wo man sich mit Wasser versorgen kann. Mit dem Wohnmobil kann man dort natürlich nicht direkt vorfahren. In solchen Momenten nutze ich meine 3 x30l Kanister zum Wasser holen. Ich verwende Weithalskanister von Hünersdorff*. Sie sind sehr gut für Lebensmittel geeignet und man kann sie schnell und einfach von innen sauber machen. Die Kanister gibt es, je nach Bedarf, in verschieden Größen.

 

  • Zum Transportieren der Kanister nutzen wir einen faltbaren Bollerwagen*, der uns schon etliche Dienste geleistet hat, denn bei vollen 30kg Kanistern kommt man nicht weit. Wir standen einmal ca. einen Monat mit sehr vielen anderen reisenden Familien gemeinsam an einem Platz, an dem sich ein paar Meter fußläufig am Strand eine Wasserversorgungsmöglichkeit befand. An einem Toilettenhäuschen war von außen ein Wasserhahn angebracht, von dem sich alle Camper mit Wasser versorgten. Unser Bollerwagen und die 3 Wasserkanister waren zu dieser Zeit höchst begehrt bei den anderen Wohnmobilisten. Sie gingen reihum und waren ständig im Einsatz. Besonders lustig fand ich es bei einem Franzosen: Er hatte ein Luxus Mobil von Morelo, wo in der Heckgarage ein 4 türiger VW UP seinen Platz hatte. Auch der Franzose war sehr dankbar unseren Bollerwagen und die Wasserkanister zum Wasser holen ausleihen zu dürfen, damit er nicht jedes Mal sein riesiges Schiff extra in Bewegung setzen musste.

Mit unserem Bollerwagen kommen wir an die ungelegensten Stellen zum Wasser holen und haben ihn sehr oft in Gebrauch. Nicht nur beim Wasser holen erleichtert uns unser Bolli das Leben sehr: Er kommt auch häufig bei mehrstündigen Familienausflügen und Stadtbesichtigungen als Kinderkutsche zum Einsatz, wenn den Kindern die Kräfte ausgehen. Auch als unsere Lichtmaschine kaputt war und wir unser Wohnmobil 10 Tage nicht fortbewegen konnten, waren wir sehr glücklich im Besitz eines Bollerwagens zu sein, mit dem wir all unsere Einkäufe erledigen konnten – ohne Stress und Schlepperei.

 

  • Um das Wasser aus dem Kanister in den Wassertank zu pumpen, habe ich einen praktischen 2 in 1 Gegenstand: Eine 12V Duschbrause mit einer Pumpe*. Sie hat einen 12V Stecker für einen Zigarettenanschluss. Ich mache die Duschbrause ab, stecke die Pumpe in den Kanister und Pumpe das Wasser in meinen Tank, so einfach ist das.

 

  • Für die Duschbrause benutze ich ein Verlängerungskabel*, da der Zigarettenanzünder zu weit weg ist.

 

Mit diesem Zubehör komme ich an jede Wasserquelle. Ich habe sie dir unten noch einmal alle auf einen Blick aufgeführt. Das Einzige, woran ich, wie oben schon erwähnt, nicht gedacht habe, ist einen Wasserfilter einzubauen. Das hab ich irgendwie nicht auf dem Schirm gehabt. Werde ich aber bei der nächsten Gelegenheit machen.

 

Fazit:

Natürlich ist alles was ich hier geschrieben habe, auf unsere persönlichen Bedürfnisse ausgelegt. Nicht alle machen sich Gedanken über den Wasserverbrauch oder um die Ausstattung zum Wasser holen. Viele fahren halt alle 4 Tage zum Wasser holen und haben einfach nur einen Schlauch zum Wasser tanken dabei. Oft freuten sich andere Reisende mit weniger Zubehör für die Wasserversorgung sehr darüber, sich etwas von unserer Austattung ausleihen zu dürfen.

Für uns ist es wichtig unsere Zeit nicht mit unwichtigen Sachen zu verschwenden. Fragen wie „Wo ist wieder die nächste Wasserstation?“, oder „Wo können wir längere Zeit stehen? Gibt es in der Nähe eine Versorgungsstelle?“ brauchen wir uns nicht zu stellen. Das kostet alles Zeit. Wir können, ohne groß darüber nachzudenken, längere Zeit an einem Ort stehen, an dem es weit und breit kein Frischwasser gibt.

Wenn du nicht ständig nach Wasserstationen Ausschau halten willst, dann denk an den Wasserverbrauch und evtl. zusätzliche Ausstattung, die einem das Wasser holen und -tanken sehr erleichtern kann.

Falls du noch Fragen haben solltest, schreib sie mir gerne in die Kommentare.

Liebe Grüße

   Andi

 

 

 

Unsere Ausstattung auf einen Blick

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Ich erzähle hier von meinen Erfahrungen vom Leben im Wohnmobil mit drei Kindern plus Hund und was ihr beim Kauf für ein Langzeitreise-Familien-Wohnmobil beachten solltet.

 

Leben im Wohnmobil

Ich habe mit meiner Familie unser komplettes Hab und Gut aufgelöst und bin mit ihnen im August 2018 ins Wohnmobil gezogen, um die Welt zu bereisen. Ich habe mich lange vor Reisestart genauestens erkundigt, worauf ich beim Kauf eines Wohnmobils für 5 Personen achten sollte. Zum damaligen Zeitpunkt war ich absoluter Neuling und Laie in Sache Wohnmobil. Ich dachte, mit unserem jetzigen Wohnmobil hätte ich eine gute Wahl getroffen. Heute, nach bald einem Jahr Leben im Wohnmobil, weiß ich, auf was ich NOCH alles hätte achten sollen. Aber, wie heißt es so schön? – „Aus Fehlern lernt man.“ Und meine Fehler bzw. meine Erfahrungen möchte ich in diesem Beitrag gerne mit euch teilen.

Dazu möchte ich erwähnen, dass wir bisher noch nie auf einem Campingplatz gestanden haben, also meistens frei oder (eher selten) auf Wohnmobilstellplätzen stehen, wenn es nicht anders geht. Wir hängen nie an der Steckdose oder sind von Entsorgungsstationen für Chemie Toiletten abhängig. 

Möchtet ihr mit eurer Familie auf Langzeitreise gehen, steht du erstmal vor einer großen Auswahl an Reisemobilen. Das kann ein Kastenwagen sein, ein LKW mit einem ausgebauten Koffer, das klassische Wohnmobil oder ein Wohnwagen. Seid ihr Neulinge auf dem Gebiet, seid ihr am Anfang vielleicht verunsichert, worauf ihr alles achten solltet und könnt beim Kauf viel falsch machen. Wenn ihr euch dann erst einmal beim Wohnmobil vergriffen habt, kann es sehr schnell teuer werden und die Frustration ist groß. Dann macht das Reisen nur noch halb so viel Spaß.

 

Wohnmobil oder Wohnwagen?

Am Anfang wollte ich ein Wohnwagen kaufen. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Zum einen ist ein Wohnwagen in der Anschaffung günstiger und zum anderen flexibler, als ein Wohnmobil. Man kann ihn einfach abstellen und den PKW für kurze Trips nutzen, wie z.B. Städtetouren oder kurz mal zum Lebensmittel einkaufen. In unserem Fall war ein Wohnwagen aber eher unvorteilhaft. Einen Wohnwagen kann man hauptsächlich nur auf Campingplätzen abstellen. Auf normalen Plätzen für Wohnmobile oder normalen Parkplätzen ist das Abstellen verboten. Die Zuladung von einem Wohnwagen ist äußerst begrenzt. Das Fahren mit einem Wohnwagen ist in manchen Situationen mühselig. Rückwärts wenden kann an engen Stellen zu einer großen Herausforderung werden. Auch steigt der Verbrauch bis zu 20L und höher, wenn der Wohnwagen hinten dran hängt. Zudem ist der Frischwassertank im Wohnwagen sehr klein. Alles Punkte, weshalb ich mich beim Kauf lieber für ein Wohnmobil entschieden habe.

 

Wohnmobil bis zu 3,5t oder über 3,5t?

Diese Frage stellen sich viele Familien. Die meisten ab Baujahr 1999 verfügen gewöhnlicherweise über einen normalen Führerschein Klasse B. Es sei denn man ist Berufskraftfahrer. Mit dem Führerschein Klasse B dürft ihr ein KFZ bis 3,5t führen. Also könnt ihr in diesem Moment erstmal nur ein Wohnmobil bis 3,5t kaufen. Wollt ihr ein Wohnmobil über 3,5t führen, müsst ihr eine Führerscheinerweiterung machen. Die Führerscheinklasse C1 bis 7,5t wäre die nächste Möglichkeit. Die Erweiterung kostet ca. 2500€. So war es zumindest bei mir, ohne Zusatzstunden. Das ist schon mal nicht billig, vielleicht ist es woanders billiger.

Bevorzugt ihr euch ein Wohnmobil bis zu 3,5t anzuschaffen, beachtet folgende Nachteile:

  • 3,5 t haben einen kleinen Wassertank. In der Regel ist dieser nicht über 100L
  • 3,5 t haben eine niedrige Zuladung. Das Leergewicht vom Wohnmobil wird nicht unter 3,2t liegen – das heißt, ihr könnt noch ca. 250kg zuladen. Mit bspw. zwei Erwachsenen, 2 Kindern, Essen, voller Tankfüllung und vollem Wassertank, seid ihr auf jeden Fall über 3.5t. Beim Kaufen, niemals auf die Fahrzeugscheindaten vertrauen. Da steht immer weniger als das tatsächliche Gewicht. Bis 250kg Differenz ist da keine Seltenheit
  • Es ist häufig ausschließlich Platz für eine Gasflasche.

Deswegen meine Empfehlung: Habt ihr das nötige Geld für eine Erweiterung auf C1, ist es ratsam eine zu machen. Der Wassertank bei einem über 3,5t Fahrzeug ist ab 150l – 500l, wodurch ihr auch längere Zeit mal an einem Ort stehen könnt, ohne nach ein paar Tagen wieder zu einer Versorgungsstation fahren zu müssen, weil der Wassertank leer ist. Siehe dazu auch meinen Beitrag zum Thema „Autark Leben im Wohnmobil – Wasserverbrauch“. Desweiteren habt ihr eine höhere Zuladung, was bei Familien mit Kindern echt von Vorteil ist, da doch oft mehr eingepackt wird als man eigentlich benötigt. Über 3,5t sind in der Regel große Wohnmobile, wodurch man mehr Platz und vor allen Dingen mehr Stauraum hat. Dazu gibt es Platz für zwei Gasflaschen, wodurch ihr länger mit deinen Gasreserven auskommt.

Allerdings gibt es auch bei Wohnmobilen über 3,5t ein paar Nachteile gegenüber den Wohnmobilen bis 3,5t. Man kann nicht überall reinfahren oder parken. Der TÜV muss jedes Jahr gemacht werden. Seid ihr im Ausland unterwegs, ist es egal. Im Ausland kontrolliert keiner, ob euer TÜV abgelaufen ist, denn der TÜV gilt nur für Deutschland. Aber sobald ihr die deutsche Grenze passierst, müsst ihr direkt den TÜV anfahren.

 

Wichtiger Hinweis: Ob ihr euch nun für ein 3,5t oder über 3.5t Reisemobil entscheidet, lasst auf jeden Fall vor dem Kauf noch einmal das Leergewicht auf der Waage kontrollieren, z.B. bei einer Mülldeponie oder beim TÜV. Bei allen Wohnmobilen steht im Fahrzeugschein generell ein Leergewicht, welches nicht den Tatsachen entspricht. Alle Wohnmobile sind schwerer als das tatsächlich angegebene Gewicht. Wie bereits oben erwähnt ist bis zu 250kg Differenz keine Seltenheit.

 

Bspw. steht bei meinem Wohnmobil, mit 8,3 Meter Länge (ohne Fahrradhalterung), im Fahrzeugschein ein Leergewicht von 3,8t und ist aufgelastet auf 4,85t. Vor dem Kauf war ich mit dem Fahrzeug nicht auf der Waage. Ich ging beim Kauf davon aus, dass ich eine Zuladen von 1000kg haben werde. Das fand ich natürlich klasse. Als ich dann aber kurz vor unserem Reiseantritt auf die Waage gefahren bin, war ich geschockt…

Mit allem drum und dran, vollem Sprit, vollem Wassertank, voller Beladung (Lebensmittel, Kleidung und allem, was wir auf unsere Reise mitnehmen wollten inkl. Frau und die Kinder), zeigte die Waage ein Gewicht von 4,95t an. Also 100kg zu viel. Und wir reden hier über ein Wohnmobil mit 1000kg Zuladung – laut Papier. Da könnt ihr euch vorstellen, was euch bei einem Wohnmobil bis 3,5t erwartet. Ich gehe davon aus, dass das tatsächliche Leergewicht meines Wohnmobils locker über 4000 kg liegt.

Es gibt Wohnmobile mit 7,5 Meter bis 3,5t. Da brauchen wir über die Zuladung garnicht zu reden. Viele Wohnmobilisten haben mir geraten, dass der Wassertank, während der Fahrt, fast leer sein soll. Ich könne ihn dann Vorort füllen. Das gilt vielleicht für diejenigen, die bevorzugt Campingplätze anfahren, aber nicht für Familien, die lieber freistehen wollen und unabhängig von Wasser- und Stromversorgung. Da muss alles voll sein – Lebensmittelschränke, Kühlschrank als auch der Wassertank.

 

Meine Meinung: Ich habe bewusst eine Führerschein Erweiterung gemacht, damit mit meiner Zuladung immer im grünen Bereich bin. Zukünftig werde ich mich aber nach einem Wohnmobil mit min. 6t zulässigem Gesamtgewicht umschauen, damit die Zuladung noch mehr Luft nach oben hat. Während der Reisen haben wir auch oft Dinge dazu gekauft, wodurch das Wohnmobil an Gewicht stetig zunimmt. Wir sind bei unseren 4,85t immer am Limit.

 

Wie groß sollte ein Wohnmobil für die Familie sein?

Welche Größe ideal ist für eine Familie ab 3 Kindern evtl. plus Hind ist, kommt ganz auf die jeweiligen Bedürfnisse und das verfügbare Budget an. Belle und ich sind sehr zufrieden mit der Größe unseres Wohnmobils, haben aber auch Familien mit 3 Kindern getroffen, die mit deutlich kleineren Wohnmobilen unterwegs sind, von ca. 6 Meter Länge und bis 3,5t. Wiederum andere 5-köpfige Familien sind mit kleinen umgebauten Transportern unterwegs und zufrieden damit. Oder 3-köpfigen Familien, die mit riesigen Wohnmobil-Schiffen durch die Welt fahren. Somit kann man nicht pauschalisieren, welches Wohnmobil für Familien am besten geeignet ist.  

Entscheidest ihr euch für ein kleines Wohnmobil, bestehen folgende Nachteile:

  • Durch den kleinen Raum, ist alles sehr beengt und man hat keinerlei Möglichkeiten sich aus dem Weg zu gehen. Das kann bei schlechtem Wetter echt stressig werden. Es kommt dann viel häufiger zu Streitigkeiten.
  • Für Vorräte ist zu wenig Platz. Das führt dazu, dass ihr alle 3 bis 4 Tage aufbrechen müsst, um sich neu einzudecken.

Vorteile bei einem kleineren Wohnmobil sind, dass ihr auch manch schöne und geheimnisvolle Plätze anfahren könnt, die ihr mit einem längeren Wohnmobil nicht immer erreichen könnt. Auch, wenn ihr mal eine Stadt besuchen wollt, findet ihr eher einen Parkplatz mit einem kleineren Wohnmobil als mit einem großen.

Bei einem großen Wohnmobil, gibt es aber auch deutliche Vorteile. Wir z.B. haben einen Dethleffs Globaltrotter Esprit 7870. Aufgrund der Raumgröße gibt es mehr Ausweichmöglichkeiten, was bei schlechtem Regenwetter echt von Gunsten sein kann. Wir kommen lange mit unseren Lebensmitteln aus, da wir einen großen Kühlschrank inkl. Eisfach haben, viel Platz im Obst und Gemüsefach und allgemein mehr Stauraum für Nahrungsmittel. Mit 280l Frischwasser kommen wir ca. 10 Tage am Stück aus. Während in kleineren Wohnmobilen innen häufig das reinste Chaos herrscht, da es an Aufbewahrungsmöglichkeiten fehlt, verfügt unser Wohnmobil über eine riesige Heckgarage und einen großen Doppelboden. Dadurch haben wir einen enormen zusätzlichen Stauraum. Das sorgt für viel Freiraum und Ordnung im Wohnbereich.

Die Nachteile eines großen und langen Wohnmobils sind aber auch nicht ohne. Bevor ich in eine Stadt fahre, muss ich mich vorher bei Google Maps und Google Earth erkundigen, wo ich mich überhaupt hinstellen kann. Ist der ausgewählte Platz zugeparkt, fällt es mir häufig schwer, mit diesem großen Gefährt einen geeigneten Parkplatz zu finden. Dazu ist das Hinterteil bei unserem Wohnmobil einfach zu lang, wodurch ich häufig aufsetzte. Wenn was am Wohnmobil kaputt geht, dann muss ich erstmal eine Werkstatt finden, die so ein großes Wohnmobil bedienen kann – und das ist nicht einfach.

 

Meine Meinung: Für mich ist es ab und zu schon stressig mit diesem großen Wohnmobil zu fahren, speziell, wenn ich in die Stadt fahre und auf Parkplatzsuche bin. Aber als Freisteher ist dieses Wohnmobil für mich und meine Familie einfach optimal. Wir können ohne Probleme knapp eine Woche irgendwo im Freien stehen. Wir haben ausreichend Freiraum und genügend Platz für die Kinder zum Spielen. Es gibt für alle Familienmitglieder genügend Rückzugsmöglichkeiten. Der Innenraum unseres Wohnmobils ist so aufgeteilt, dass sich Heckbett, Küche, Bad, Essbereich und Alkoven wie separate Räume anfühlen. Dazu bin ich sehr dankbar für die Vielfalt an Stauraummöglichkeiten.

 

Wohnmobil mit Doppelboden oder ohne?

Unser Wohnmobil hat einen Doppelboden. Wir haben schon viele reisende Familien kennengelernt, die keinen hatten, aber im Nachhinein gerne einen hätten. Durch einen Doppelboden verfügen wir über sehr viel Stauraum. Hier lagern wir Belle´s Nähmaschine plus Nähkoffer mit Stoffen und allem Drum und Dran, zwei Werkzeugkoffer, einen Bollerwagen, ein Wurfzelt, etliche Spielzeugboxen der Kinder, Picknickdecken, schmutzige Schuhe etc. Alles Zeug, was man nicht unbedingt im Innenraum verstauen möchte. Dadurch haben wir uns auch eine Menge Schmutz gespart. Durch den Doppelboden ist unser Wohnmobil zusätzlich winterfest. 

 

Braucht man als Familie auf Reisen eine Heckgarage?

Da wir früher mit unseren Kindern schon immer im gemeinsamen Familienbett geschlafen haben und es im Wohnmobil nicht missen wollten, haben wir uns direkt für einen Alhoven mit großem Heckbett entschieden. Durch das erhöhte Heckbett, haben wir eine sehr große Heckgarage. Dort verstauen wir alle möglichen Sachen, wie vier große Camping Stühle, zwei riesige Boxen mit Winterkleidung und Draußenspielzeug, drei Bodyboards, drei 30l Weithalskanister, einen Wäscheständer, unsere Camping Waschmaschine und weiteren Krimskrams. Durch den zusätzlichen Stauraum im Doppelboden und in der Heckgarage, haben wir, wie oben bereits erwähnt, viel mehr Freiraum im Wohnbereich. Wir müssen nicht ständig Sachen hin und her räumen, um uns Platz freizuschaufeln. Das haben wir nämlich von vielen anderen reisenden Familien gehört, die sich für ein Wohnmobil mit Etagenbett und ohne Heckgarage entschieden haben. Auch verfügt die Mehrheit über keinen Doppelboden. Wir persönlich sind froh darüber eine große Heckgarage zu haben.

 

Heckantrieb oder Frontantrieb?

Ich kann euch nur raten ein Wohnmobil mit Heckantrieb zu kaufen. Die frontangetrieben Wohnmobile haben allesamt die gleiche negative Eigenschaft:

Sie sind vorne einfach zu leicht und bei großen, langen Wohnmobilen verlagert sich der Schwerpunkt noch weiter nach hinten. Ich habe – wie gesagt – ein 8,3 Meter Wohnmobil mit Frontantrieb und Tandem Bereifung und fahre oft durch unebene Straßen oder Feldwege. Der Motor ist permanent überlastet, da er das gesamte Gewicht ziehen muss. Die Reifen vorne nutzen sich dadurch schneller ab. Bei nicht asphaltierten Straßen, drehen die Reifen sehr oft durch. Egal was euch die Verkäufer erzählen, kauft euch besser ein Wohnmobil mit Heckantrieb!

 

Meine Meinung: Unser nächstes Wohnmobil, wird definitiv eines mit Heckantrieb sein. Das wird mir viel Stress ersparen.

 

Worauf haben wir bei unserer Ausstattung geachtet?

Möchtet ihr vorwiegend frei stehen, sollte euer Wohnmobil über einen großen Wassertank verfügen. Wir haben einen 150l Tank. Das ist nicht so groß. Deswegen haben wir uns zusätzlich 3x 30l Weithaltkanister* zugelegt.  Damit ergeben sich insgesamt 240l Frischwasser. Das ist soweit ok. Mit Spülen, Waschen, Duschen, Wäschewaschen kommen wir hiermit ca. 12 Tage aus. Ohne Wäschewaschen würden wir damit auch ca. 24 Tage auskommen. Aus dem Wassertank trinken wir nicht und benutzen das Wasser auch nicht zum Kochen. Wir kaufen immer 8 x 5l Flaschen Trinkwasser dazu. Das Wasser benutzen wir zum trinken und Kochen. Inklusive der 40l Trinkwasser verfügen wir insgesamt über 280l Frischwasser.

Der Kühlschrank sollte bei einer 5-köpfigen Familie schon groß sein. Weiter unten im Beitrag gehe ich nochmal etwas genauer auf das Thema Kühlschrank ein.

Ein Herd mit zwei Kochplatten reicht völlig aus. Wir haben sogar einen Backofen, der war halt beim Kauf dabei. In der Regel haben die meisten Wohnmobile keinen Backofen. Ist von Vorteil einen zu haben, aber kein Muss.

In unserem Badezimmer ist die Dusche getrennt von der Toilette. Dadurch haben wir einfach mehr Platz und müssen nach dem Duschen nicht das gesamte Bad reinigen.

Möchtet ihr, ein winterfestes Wohnmobil, empfehle ich euch eines mit Doppelboden zu wählen. Das hat auch zusätzlich, wie oben bereits erwähnt, viel mehr Stauraum. Bei der Ausstattung unseres Wohnmobils war uns auch wichtig, dass Platz für zwei Gasflaschen vorhanden ist.

Wollt ihr hauptsächlich frei stehen, empfiehlt sich eine gute Solaranlage. Die meisten Wohnmobile haben eine kleine Solaranlage mit einer Leistung von ca. 100W-200W auf dem Dach. Damit ist das Freistehen in der Winterzeit bei kurzen Sonnenstunden beeinträchtigt, da irgendwann mal der Saft ausgeht.  

Wenn ihr es euch zutraut, kauft euch ein Wohnmobil ohne Solaranlage und baut euch selbst eine leistungsstarke ein, oder lasst euch eine nach euren Bedürfnissen einbauen. Ich habe meine Solaranlage damals selbst umgebaut und hätte es vorteilhafter gefunden, wenn das Wohnmobil beim Kauf keine Solaranlage gehabt hätte. Da wäre mir viel Arbeit erspart geblieben, denn die alten Halterungen der ursprünglichen Solarplatten zu entfernen war sehr mühselig.

 

Meine Empfehlung: Bringt euch eine gescheite Solaranlage mit 400W bis 700W Panels an und baut euch einen Lithium Akku (dazu werde ich noch einmal eine Anleitung schreiben). So 200Ah bis 300Ah sollten locker reichen.

 

Ob das Wohnmobil eine Klimaanlage hat oder nicht, ist prinzipiell egal, oder eher gesagt lieber nicht. Wenn ihr im Freien stehen wollt, könnt ihr die Klimaanlage eh nicht nutzen, da die leistungsstarke Klimaanlage die Batterien nach kurzer Zeit leer saugt. Dann lieber ein schönes Fenster, damit mehr Licht ins Wohnmobil kommt. Wir haben unsere Klimaanlage noch kein einziges Mal genutzt.

Wir haben einen Absorber Kühlschrank. Den würde ich beim nächsten Mal direkt ausbauen, da er ein großer Gas- und Stromfresser ist. Stattdessen würde ich einen Kompressor Kühlschrank einbauen. Dieser läuft nur mit Strom, braucht kein Gas und ist sparsam.

Die meisten Wohnmobile verfügen über eine Chemie Toilette. Unseres ursprünglich auch. Ich habe sie aber direkt nach dem Kauf ausgebaut und gegen eine Trockentoilette ersetzt. Chemie Toilette sind schnell voll und man findet nicht überall Entsorgungsstationen. Den Inhalt einer Trockentoilette hingegen kann man überall entsorgen.

Wenn ihr die Umbauarbeiten selbst vornehmt, anstatt eine Firma zu beauftragen, könnt ihr eine Menge Geld sparen. Also nur Mut! Selbst anpacken, ist nicht schwer und man weiß am Ende, was man hat.

 

Auf was solltet ihr bei der Wohnmobilbesichtigung achten?

Bevor ihr einen Besichtigungstermin mit einem Verkäufer vereinbart, klärt mit ihm ab, ob er sich dazu bereit erklärt, die Wassertanks voll zu machen, die Gasflasche anzuschließen, dass das Nummernschild dran ist, um eine Probefahrt machen zu können und, ob er auf eine Werkstattbesichtigung eingeht. Lehnt der Verkäufer einen der Punkte ab, hat er möglicherweise etwas zu verbergen. Dann würde ich persönlich von vornherein davon abraten, das Wohnmobil zu besichtigen.

Habt ihr euch für ein Wohnmobil entschieden, ist es wichtig vor dem Kauf das Wohnmobil sehr genau unter die Lupe zu nehmen. An einem Wohnmobil ist fast immer irgendetwas kaputt oder irgendetwas funktioniert nicht richtig. Last euch nicht von der Optik täuschen. Wenn man ein Wohnmobil von außen richtig sauber macht, dann sehen sie alle schön aus. Das Wichtigste ist genauestens unter, auf und im Inneren des Wohnmobils nach Mängeln zu suchen. Ob es von außen viele Kratzer oder Macken hat, ist nicht so wichtig. Beim Wohnmobil kommt es auf die Zuverlässigkeit und Funktionalität an.

 

Ab auf die Hebebühne

Sorgt dafür, dass ihr das Wohnmobil auf eine Hebebühne bekommt. Das ist wichtig! Wenn das Fahrzeug auf der Bühne steht, kontrolliert direkt alles nach Rost. Im Gegensatz zu PKWs, ist bei Wohnmobilen der Rost ein großes Thema. Viele Wohnmobile stehen über Winter monatelang auf offenen Plätzen. Wer da nicht einen richtigen Unterbodenschutz gemacht hat, der hat in der Regel später mit Rost zu kämpfen. Auch können sich die Bremsen durch die langen Stehzeiten über Winter, festgesetzt haben. Kontrolliert auch jedes Rad und lasst es im Freien mit Schwung drehen. Alle Reifen sollten ungefähr gleichermaßen zum Stillstand kommen. Wenn ein Rad auffällig schneller zum Stillstand kommt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Bremsen festsitzen oder die Handbremse festsitzt. Zusätzlich solltet ihr die Reifen hin und her drücken, um festzustellen, ob die Räder festsitzen oder ein leichtes Spiel haben. Könnt ihr ein leichtes Spiel erkennen, ist in der Regel ein Radlagerschaden vorhanden. Habt ihr die Möglichkeit die Reifen runterzunehmen, dann macht das bitte! Kontrolliert bei den Bremsscheiben und Bremsklötzen, ob die Abnutzung gleichmäßig ist, oder der Verschleiß noch gut ist.

Fasst die Stabilisatoren und Lenkstangen richtig fest an und wackelt sie hin und her. Haben diese ein Spiel, sollten sie gewechselt werden. Das sind die häufigsten Mängel, die vorkommen können. Habt ihr nicht die Möglichkeit das Wohnmobil auf die Bühne zu stellen, dann kautt ihr evtl. die Katze im Sack.

 

Dachinspektion

Das Dach muss unbedingt auch kontrolliert werden. Viele Wohnmobile haben einen Hagelschaden. Das muss aber nichts Schlimmes bedeuten. Nicht direkt abschrecken lassen. Mein Wohnmobil hat auch einen Hagelschaden und es ist trotzdem alles wasserdicht. Nichtsdestotrotz ist es eine Preisminderung. Achtet auch auf Risse auf dem Dach. Seht ihr irgendwo Risse, solltet ihr lieber die Finger von diesem Wohnmobil lassen.

 

Innenraum-Check

Der Alkoven ist anfällig auf Schimmel und Feuchtigkeit. Hat das Wohnmobil einen Alkoven, kontrolliert jede kleinste Ecke nach Feuchtigkeit und Schimmel. Seht dazu auch unter die Matratze. Achtet zusätzlich auf modrigen Geruch. Auch, wenn es zeitaufwendig und nervig für Käufer und Verkäufer ist, solltet ihr alle Türen, Schrankknöpfe, Schließ- und Öffnungsmechanismen auf ihre Funktionalität prüfen. Dazu gehören auch Rollläden und Fenster. Kontrolliert bei allen Fenstern, ob sie sich richtig öffnen und schließen lassen, ohne zu klemmen oder zu verhaken. Lassen sich alle Rollenden korrekt verschließen/einrasten/öffnen? Wie sehen die Fliegengitter aus? Sind sie noch in Ordnung?

Kommen wir zum Bad. Da die Dusche größtenteils aus Kunststoff besteht, kontrolliert diese auf jeden Fall nach Rissen und Beschädigungen. Achtet auch in den Schränken auf Schimmel, Feuchtigkeit und modrigen Geruch. Testet alle Wasserhähne auf deren Funktion und Dichtigkeit. Vor allen Dingen im Bereich der Schlauchanschlüsse nachschauen.

Kontrolliert die Heizung, ob sie störungsfrei zündet und geruchslos ist. Achtet auch beim Wasserbeuler darauf, dass er das Wasser richtig aufheizt. Wie sieht es mit dem Kühlschrank aus? Kühlt er richtig? Testet, ob alle Herdplatten angehen.

 

Meine Meinung: Wenn ihr all diese Punkte beachtet, könnt ihr beim Wohnmobilkauf eigentlich nichts falsch machen. Ich habe mir damals, als Leihe, leider nicht die Zeit für eine so intensive Inspektion genommen. Das ist mir teuer zu stehen gekommen. Ich musste nach dem Kauf noch ordentlich in das Wohnmobil investieren, da mit der Zeit immer neue Mängel ans Tageslicht gekommen sind. Wenn ihr euch ganz unsicher seid, nehmt euch für die Wohnmobilbesichtigung jemanden mit, der etwas Erfahrung hat. Kennt ihr keinen persönlich, bieten sich auch bei Facebook etliche Wohnmobilgruppen an, um nach einer Begleitung zu fragen.

 

Fazit:

Wenn man längerfristig mit seiner Familie im Wohnmobil auf Reisen gehen möchte, oder – wie wir – gar im Wohnmobil leben möchte, gibt es beim Wohnmobilkauf viel zu beachten. Man muss auf die Wünsche und Bedürfnisse der Familie achten und natürlich spielt auch das Budget eine große Rolle. Es gibt einige Vor- und Nachteile, sowohl bei großen als auch bei kleineren Reisemobilen. Da muss man einfach in sich hineinhorchen, was man braucht und was für einen das richtige Modell ist. Ich hoffe, dieser Beitrag konnte euch gedanklich etwas weiterhelfen. Falls ihr noch weitere Fragen oder Anregungen habt, lass mir gerne ein Kommentar da.

Liebe Grüße  

 

Andi

 

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