Auf der Suche nach meinem Selbstwertgefühl

Vorwort

Jeder Mensch wird mit der Lust am eigenen Entdecken und Gestalten geboren. Ich denke, da sind wir Eltern uns sicherlich alle einig, dass es kein Kind gibt, welches diese Lust nicht mitbringt. Doch leider passiert es in unserer Gesellschaft über kurz oder lang, mit jedem Kind, was wir hier großziehen, dass es diese Erfahrung gebrochen bekommt. Es kommt der Augenblick im Leben eines Kindes, indem es plötzlich erlebt, dass es, so wie es ist, nicht richtig ist, dass es anders sein soll, dass es mehr tun soll. Es wird zuerst einmal zum Objekt der elterlichen Erwartungen und der elterlichen Erziehungsmaßnahmen, der elterlichen Hoffnungen, Wünsche und Bewertungen. Ebenso, im weiteren Verlauf seines Lebens, zum Objekt der Erwartungen seiner Erzieher und Lehrer usw. Und das tut weh.

Wenn man aus einer Gemeinschaft ausgeschlossen wird, werden lt. Hirnforscher Gerald Hüther die gleichen Netzwerke aktiviert, die auch dann aktiviert werden, wenn man dem Kind körperliche Schmerzen zufügt. Das ist selbst bei Erwachsenen noch so. Hüther erklärt: „Ein Kind, dass das erste Mal erlebt, dass es so wie es ist nicht richtig ist, hat ein riesiges Problem: Es wird als Objekt behandelt. Das kann es so noch nicht formulieren, aber es erlebt es so. Und in dem Augenblick, wo das passiert, schrumpft seine gesamte Wahrnehmung der Welt zusammen, auf die Notwendigkeit der Behebung des Problems, nämlich auf die Frage: „Wie komme ich hier raus?“

Gerad Hüther beschreibt zwei mögliche Lösungen:

„Die einfachere ist, ich mach einfach den Anderen auch zum Objekt meiner Bewertung z.B. „Blöde Mama, blöder Papa.“ Dann ist das Kind in unserer Beziehungskultur angekommen. Das ist nicht angeboren! Das erwirbt ein Kind, indem es diese Erfahrung macht und dann diese Lösung findet und sich in unserer Welt auch bestätigt fühlt, weil es alle anderen ja auch so machen. Und dann gibt es Kinder die tatsächlich immer besser werden in der Manipulation anderer und DAS ist die wesentliche Lernerfahrung die sie machen.

Die anderen Kinder sind noch schlechter dran. Die können das aus irgendwelchen Gründen nicht – andere zum Objekt zu machen und machen es mit sich selbst. Die sagen dann „Ich bin zu doof. Ich bin zu blöd. Ich kann kein Mathe. Ich bin nicht liebenswert. Ich bin nicht schön genug.“ Indem sie sich dann selbst zum Objekt machen, sind sie auch aus der Nummer raus, denn jetzt werden sie selbst zum Objekt gemacht, bzw. haben es ja selbst sozusagen angenommen. Wenn also nun der Lehrer sagt: „Du kannst kein Mathe.“, dann hat sich das Kind damit abgefunden, dass es zu blöd für Mathe ist.“

Wie ich mich zum Objekt meiner eigenen Bewertung machte

Ich war ein eher schüchternes Mädchen, nah am Wasser gebaut und leider mit keinem sehr starken Selbstwertgefühl gesegnet. Seit der Einschulung spürte ich, wie mein Selbstwertgefühl durch Hänseleien zunehmend schwächer wurde. Ich hatte einen dicken, runden Kopf (da hat sich auch heute nicht viel dran geändert) und trug eine dicke, bunte Brille. Ich fand sie schön, schließlich habe ich sie mir selbst ausgesucht und sicherlich war es mit eine der schönesten Kinderbrillenmodelle, die man zur damaligen Zeit beim Optiker finden konnte. Doch für manche Schüler war diese Brille schon Anlass genug, um mich als „hässliche Brillenschlange“ zu bezeichnen. Dennoch hatte ich wenigstens ein paar Freunde, die mich so mochten, wie ich bin. Daher war die Grundschulzeit noch ertragbar für mich. Ich kannte einige, denen es schlechter erging als mir.

Ich hatte eine nette Lehrerin und war stolz darauf, als sie mir einmal sagte, dass sie fände, dass ich eine blühende Fantasie hätte und wunderschöne Geschichten schreiben würde. Mein größter Wunsch war es, Kinderbuchautorin zu werden. Dennoch empfand sie, dass ich an meinem Schriftbild zu arbeiten hätte, da ich etwas zu künstlerisch schreiben würde, sodass es ihr schwer fiele meine Schrift zu entziffern. So schickte sie mich also in den Schönschreibunterricht, damit ich lernen sollte „richtig“ zu schreiben. Seitdem verlor ich die Lust am Schreiben zunehmend. Und auch mein Schriftbild wurde durch den Schönschreibunterricht nicht viel besser.

 

Als ich dann auf das Gymnasium kam, verabschiedete ich mich von Jahr zu Jahr zunehmend von meinem Selbstwertgefühl. Immer mehr wurde mir bewusst gemacht, wie wenig ich doch kann. War ich vor der Schule und all der Bewertung noch der Überzeugung, sehr gut malen zu können, wurde mir am Gymnasium mit knall harten Noten verdeutlicht, dass ich mich diesbezüglich wohl getäuscht hatte. Immer wieder wurde mir erklärt, wie man (wer auch immer dieser „Mann“ ist) irgendetwas „richtig“ malt oder macht und was ich alles falsch mache.

 

Mein Mathematiklehrer stellte mich gerne vor gesammelter Mannschaft bloß, mit den Worten: „Wenn du das nicht kannst, dann gehörst du auf die Hauptschule und wirst nie etwas im Leben erreichen.“ Ja, und so manifestierte ich die Bewertungen anderer mir gegenüber und machte mich irgendwann zum Objekt meiner eigenen Bewertung. Ich sagte mir: „Ich bin zu blöd um Mathe zu verstehen. Ich bin dumm. Ich werde nie etwas im Leben erreichen.“ Heutzutage habe ich erkannt, wie verdammt überlebenswichtig das Wissen der höheren Mathematik für mein Leben ist. Ihr nutzt sie sicherlich auch immer, während eurer Wochenendeinkäufe.

 

Wie kann man Schülern nur so ein Schwachsinn erzählen und sie seelisch so kaputt machen? Jeder Mensch hat doch unterschiedliche Interessen und Begabungen. Wer später einen mathematischen Beruf erlernen will, dem wird das Erlernen der höhere Mathematik sicherlich ein Leichtes sein und Freude bereiten. Wer Arzt werden will und für das Studium einen NC braucht, wird sich sicher auch in Mathe bemühen. Auch wenn man sicherlich das Meiste nach den Klausuren wieder vergessen wird, weil als Arzt sicherlich andere Voraussetzungen wichtig sind, als ein Ass in Mathe zu sein.

 

Auch in Englisch und Latein kam ich nicht zurrecht. Mein Gott – ich fühlte mich wie ein Versager. Meine Englischlehrerin meinte einmal zu mir: „Du wirst nie Englisch können.“ Damals hätte sie wohl nie damit gerechnet, dass ich Versager jemals Assistentin für Fremdsprachen werde. Wenn wir in Deutsch etwas vorlesen mussten, habe ich mich immer so klein wir möglich gemacht, damit der Lehrer mich bloß nicht aufruft, denn habe ich mich ab und an verlesen, wurde ich sofort ausgelacht, sodass ich nur noch nervöser wurde und total ins Stottern geriet. Ich wünschte, ich hätte damals schon so schön lesen können, wie ich heute meinen Kindern ihre Gute-Nacht-Geschichten vorlese. Dann hätte mich sicher niemand ausgelacht.

 

Mobbing macht krank

Neben den schulischen Bewertungen, trug aber auch die äußerliche Bewertung stark dazu bei, dass mein Selbstwertgefühl immer mehr den Bach runter ging. Wer auf meiner Schule keine Markensachen trug und regelmäßig mit den neusten Modetrends ausgestattet war, war von vornherein OUT, so war zumindest mein persönliches Empfinden. Daher gehörte ich schon mal in die Kategorie „uncool“. Sowohl bei den Schülern, als auch bei den Lehrern genoss man ein höheres Ansehen, wenn man aus einer Familie mit gehobenen finanziellem Status kam. Ich komme aus der normalen Mittelschichtgesellschaft und wurde direkt mit einem Stempel markiert – so fühlte es sich zumindest für mich an. Und es fühlte sich nicht gut an.

 

Nach einem Klassenwechsel in der 8. Klasse, wurde mein Leben durch Mobbing sehr belastet. Es nahm seinen Anfang, als ich mich auf die Seite einer Mitschülerin stellte, die permantent wegen ihres Aussehens und ihrer fettigen Haare gemobbt wurde. Sie schwänzte regelmäßig die Schule – wer geht auch schon gerne freiwillig in die Höhle des Löwens? Es ging soweit, dass sie sich mit Rasierklingen die Arme aufritze. Ein weiterer Grund für die Mitschüler sie fertig zu machen. Kein einziger Lehrer setzte sich für dieses Mädchen ein. Den inneren Hilfeschrei des Mädchens sah niemand und welches Leid sie zu tragen hatte, nachdem sie aus ihrer Familie gerissen und ins Heim gesteckt wurde. Dass ich mich mit ausgerechnet dieser Schülerin angefreundet habe, war der Startschuss, dass ich selbst zum Mobbingopfer wurde. Doch ich würde es immer wieder tun. Wer beim Mobbing einfach nur zuschaut, ist für mich ein Co-Täter. Ganz ehrlich.

Ich wurde mit Müll beschmissen und körperlich drangsaliert. Ich wurde bloßgestellt, indem irgendjemand in meinem Namen einen peinlichen Liebesbrief an einen Mitschüler geschrieben hat, der – gefühlt – durch die ganze Schule gereicht wurde. Man hat mich bespuckt und mir die hässlichsten Wörter an den Kopf geworfen. Mein Selbstwertgefühl war am Boden und ich wollte nur noch eins – WEG!!!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich begann die Schule zu schwänzen, womit ich mir keinen Gefallen getan hatte, denn dadurch wurde alles nur noch schlimmer, da sich nun auch noch die Lehrer gegen mich stellten. An einem Tag, an dem ich von einem Mitschüler vor den Augen des Lehrerpersonals massiv gemobbt wurde und von letzterem eigentlich erwartet hätte, dass dieser das Mobbing unterbindet, beobachtete besagter Lehrer anstatt dessen nur das für ihn scheinbar amysante Spektakel und bestärkte die Angriffe meines Mitschülers nur lachend mit: „1:0, 2:0,..“ Nachdem ich realisierte, dass ich von meinem Lehrer keine Hilfe erwarten konnte, entschied ich mich dafür, mich selbst zu verteidigen, indem ich meinem Peiniger (und leider auch seinen Sitznachbar – I´m sorryyyyyyyy) mitsamt seines Tisches unsanft auf den Boden beförderte.

 

 

Wow…

war ich da stolz auf mich!

Ich wusste gar nicht, dass ich mit solchen Kräften gesegnet bin. Selbstverständlich wurde ich sofort aus dem Unterrichtsraum verwiesen, worüber ich mich sehr freute und direkt nach Hause marschierte.

„Wenn dich Menschen schlecht machen, dir andauernd ans Bein pissen, dann weißt du eines genau – dass sie dich fürchten, weil du besser bist.“

Neuer Anfang neues Glück?

Nach einem Schulwechsel ging dasselbe Spiel von vorne los. Ich schien wohl die Opferrolle in meinen Gedanken manifestiert zu haben und dementsprechend war auch meine Ausstrahlung auf mein Umfeld. Ich habe gemerkt, dass es keinen Sinn macht, sich optisch der Masse anzupassen, sei es mit Markenklamotten oder, indem ich mir eine „coolere“ Brille mit blau getönten Gläsern kaufte, wie sie die Sängerin Anastasia damals trug (wer aus meiner Generation kommt, kennt sie sicherlich noch).

Tja, Pustekuchen, genau mit dieser Brille habe ich den Schülern auf der neuen Schule direkt den Startschuss zum Hänseln gegeben: „Na du Möchte-Gern-Anastasia.“ Ich war wohl die einzige Schülerin auf dem gesamten Berufskolleg, die in der Pause mit dem Song „I’m outta love“ besungen wurde. Hätte nur noch gefehlt, dass man mir mit Autogrammkarten hinterhergerannt wäre. Ich wünschte, ich hätte es damals auch mit soviel Humor genommen.

Doch ich lernte langsam, damit umzugehen und habe den Anfeindungen meiner Mitschüler keinen Spielraum mehr gelassen, bis in mein Herz vorzudringen. Ich dachte mir: „Naja… es ist alles eine Sache der Perspektive. Ich könnte es ja auch einfach als Kompliment auffassen. Anastasia ist schließlich eine klasse Sängerin. Soll mir doch egal sein, was die anderen über mich denken. Nach der Schule werde ich sie eh nie wiedersehen.“

Selbstvertrauen gewinnt man dadurch, dass man genau das tut, wovor man Angst hat, und auf diese Weise eine Reihe von erfolgreichen Erfahrungen sammelt.“

(Dale Carnegie)

Der erste Schritt zu einer großen Veränderung

Als ich dann meine Ausbildung begonnen habe, ausgerechnet in einem Bereich, wo mich die Lehrer am Gymnasium für unzureichend empfanden – Fremdsprachen, habe ich mich von vornherein neu und klar positioniert. ICH WOLLTE KEIN OPFER MEHR SEIN! Ich bin direkt mit einer starken, selbstsicheren Persönlichkeit aufgetreten, was eine große Herausforderung für mich darstellte, da ich ja eigentlich ein eher schüchterner und ängstlicher Mensch war. Ich musste also einen riesigen Schritt über meinen eigenen Schatten springen.

Und das war der Beginn meiner Selbstheilung. Zum ersten Mal spürte ich, dass ich durch mein selbstbewussteres Auftreten eine riesige Veränderung in meinem Leben erzielt habe. Dazu merkte ich, dass ich sehr wohl sehr sprachbegabt war und mir das Erlernen von sogar drei Fremdsprachen gleichzeitig ein Leichtes war. Warum? Es machte mir auf einmal Spaß. Und ich wollte mir glaube ich auch selbst beweisen, dass ich kann, wenn ich nur will! Zumindest in Bereichen, die ich für mich und mein zukünftiges Leben für nützlich empfand. Ich fühlte mich zum erstem Mal richtig gut. Ich freute mich darüber, Freunde gefunden zu haben, auch außerhalb der Schule, die mich so akzeptierten, wie ich bin. Freunde, für die ich mich nicht verstellen musste, um ihnen zu gefallen.

„Unser Selbstbild entscheidet darüber, wozu wir in der Lage sind. Jeder gelangt dorthin, wo er glaubt, hinkommen zu können.“

(Maxwell Maltz)

Mobbingfolgen und verzerrtes Selbstbild durch Schönheitsideale

Trotzdem waren Narben aus der Schulzeit unterbewusst noch lange in mir verankert. Das hat mein seelisches Wohlbefinden bis ins Erwachsenenalter stark beeinträchtigt. Mein Leben wurde permanent von negativen Glaubenssätzen begleitet, die sich limitierend auf mein Selbstwertgefühl auswirkten, wie bspw. dieser, nicht gut genug zu sein. Zudem haben die Hänseleien der Schulzeit in mir ein gestörtes Selbstbild hervorgerufen. Ich fühlte mich nie richtig hübsch und habe mich in meiner Jugendzeit hinter – gefühlt – kiloweiser Schminke versteckt. Meine Augen konnte ich mit Eyeliner gar nicht groß genug hervorheben, damit sie meiner verkehrten Vorstellung von Schönheit entsprachen.

Die Idole der damaligen Zeit (Britney Spears, Christina Aguliera, Shakira & Co.) haben der Jugend zudem präsentiert, wie eine Frau aussehen „muss“, um der Männerwelt zu gefallen. Heute ist es ja auch nicht besser als damals, wenn ich mir Miley Cyrus & Co. anschaue. In diesem Punkt war mein Selbstwertgefühl noch nicht stark genug, um mich von den vorgegebenen Schönheitsidealen nicht beeinflussen zu lassen. Ich fand meine Haare zu dünn, also habe ich mir Haarteile gekauft, um ihnen mehr Volumen zu verleihen. Teure Make-ups und Puder sollten meine damals pubertäre Haut verdecken. Ja, ohne Schminke ging ich nicht einmal den Müll rausbringen. Es hätte mich ja jemand im „Normalzustand“ sehen können. Katastroooooopheeeeeee!!!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie das Mamasein meine optische Wahrnehmung veränderte

So ging es, bis mein Erstgeborener das Licht der Welt erblickte. Anfangs bemühte ich mich noch, immer schick auszusehen, mich vor dem Rausgehen stylish zu frisieren und hübsch zu schminken. Ich wollte ja nicht den Eindruck erwecken, dass ich mich als Frau gehen lasse, sobald ich ein Kind auf die Welt gebracht habe. Aber ich merkte doch schnell, dass es für mich angenehmer anfühlte, bequemere Kleidung zu tragen, gerade als Stillmama. Speziell als ich merkte, dass ich mir all die Ausschnitte meiner Lieblingskleider ausgeleiert habe. Was nicht heißt, dass ich, wie die Flodders, nur im Jogginganzug vor die Tür ging, es gibt ja auch schicke, bequeme Kleidung.

Naja… aber auch das mit dem Schminken hat dann irgendwann zunehmend nachgelassen, weil mich mein von Make-up verlaufenes, verschwitztes Gesicht einfach nur noch nervte. Gerade nach langen Spaziergängen. Dazu habe ich mich sehr bemüht, möglichst schnell nach der Schwangerschaft, körperlich wieder in Form zu kommen, um mir selbst wieder besser zu gefallen. Und dann kam auf einmal der Tag, der alles veränderte, und diese riesen Blockade in mir von heute auf morgen löste.

Total verschlafen stapfte ich ins Badezimmer zur Morgenroutine. Ich putze mir die Zähne und starrte lächelnd auf mein, mit Traktorrad großen Augenringen beschwertes Spiegelbild. Plötzlich rutschte ein Satz aus mir heraus, den ich zuvor noch nie in meinem Leben zu mir selbst gesagt habe: „Weischt du eigentlisch, wie hübsch du bischt?“ Ich konnte es selbst kaum glauben. Als ich anschließend dabei war mir mein 80 Euro Make-up ins Gesicht zu schmieren und die Hälfte meines Gesichts bereits zugekleistert war, wie beim Phantom der Opa, bemerkte ich plötzlich: “Ohne Schminke sehe ich ja viel hübscher und jünger aus.“ Ich war so verwundert über meine neue Selbstwahrnehmung und befreite mein Gesicht von der zuvor aufgetragenen Spachtelmasse.

Und, wenn ich mir doch mal etwas herausputze, dann mache ich es nur für mich und für niemand anderen.

Weißt du eigentlich, wie hübsch du bist?

Total verschlafen stapfte ich eines Morgens ins Badezimmer zur Morgenroutine. Ich putze mir die Zähne und starrte lächelnd auf mein, mit Traktorrad großen Augenringen beschwertes Spiegelbild. Plötzlich rutschte ein Satz aus mir heraus, den ich zuvor noch nie in meinem Leben zu mir selbst gesagt habe: „Weischt du eigentlisch, wie hübsch du bischt?“ Ich konnte es selbst kaum glauben. Als ich anschließend dabei war mir mein 80 Euro Make-Up ins Gesicht zu schmieren und die Hälfte meines Gesicht bereits zugekleistert war, wie beim Phantom der Opa, bemerkte ich plötzlich: “Ohne Schminke sehe ich ja viel hübscher und jünger aus.“ Ich war so verwundert über meine neue Selbstwahrnehmung und befreite mein Gesicht von der zuvor aufgetragenen Spachtelmasse.

Seither liebe ich mich so wie ich bin und fühle mich wie ausgewechselt. Ich fühle mich wertvoll, ich fühle mich schön, ich fühle mich genauso richtig, wie ich bin. Durch diese positive Gedankenveränderung, habe ich ein ganz anderes, glücklicheres Lebensgefühl erhalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit neuer Selbstwahrnehmung zu einem starken Selbstwertgefühl

So lösten sich Schritt für Schritt auch meine inneren Blockaden und negativen Glaubenssätze, wie auch der, nicht gut genug zu sein. Ich weiß noch, als mich eine Mama darauf ansprach, ob ich denn nicht endlich mal wieder arbeiten gehen wollte, ihr würde es ja nicht reichen „nur“ Mama zu sein und ihrem Mann auf der Tasche zu liegen, fühlte ich mich in erster Linie erst mal total schlecht. Ich dachte mir, es muss doch eine Möglichkeit geben, Geld zu verdienen und für meine Kinder da sein zu können. Ich wollte nicht mehr in meinen alten Bürojob zurückzukehren, fremdbestimmt zu sein und nicht selbst über meine freie Zeit entscheiden zu dürfen. Also entschied ich mich dafür mir online selbst etwas aufzubauen im Bereich Webseiten-Design. Ich wusste zwar noch nicht genau wie, aber ich wusste, dass ich es schaffen würde. Und ich habe es geschafft!

Mit den Kindern kamen natürlich auch neue Themen, wo ich oder mein Handeln von außen bewertet wurde. Doch ich habe mich nicht mehr unterkriegen lassen, weder als ich mich bei meinen Kindern für eine Hausgeburt entschied, noch dafür sie bedürfnisorientiert zu begleiten, anstatt sie zu erziehen, sie lange zu stillen, sie kindergartenfrei aufwachsen zu lassen sowie ihren Wunsch nach freier Bildung zu erfüllen.

Ich habe mich dazu entschlossen, aus der Opferrolle auszusteigen, in Selbstverantwortung zu gehen und mein Leben in die Hand zu nehmen. Nun bin ich an einem Punkt angelangt, an dem ich endlich zu mir selbst sagen kann: „Ich liebe mich, genauso wie ich bin. Ich bin wertvoll. Ich bin hübsch. Ich bin klug. Ich bin der Gestalter meines Lebens. Ich kann alles erreichen, was ich will.“ Durch diese positive Gedankenveränderung ist mein Leben von einer ganz neuen Energie erfüllt, welche mir ein glücklicheres, selbstsichereres Lebensgefühl verliehen hat.

„Wenn du beginnen willst, dich wirklich zu lieben, befreie dich von allem, was nicht gesund für dich ist: Von Menschen, Dingen, Situationen und vor allen Dingen, was dich immer wieder hinunterzieht, weg von dir selbst. Man kann es gesunder Egoismus nennen. Ich nenne es Selbstliebe!“

Befreit euch von negativen Glaubenssätzen

Durch die Bewertung von Außen manifestieren sich in uns negative Glaubenssätze, die uns daran hindern in voller Kraft aus uns herauszukommen. Sätze, wie „ich bin nicht gut genug, ich bin nicht liebenswert, ich werde nie etwas in meinem Leben erreichen etc.“, blockieren uns in ein glückliches, erfülltes Lebensgefühl zu kommen. Bereit euch von diesen Gedanken und lasst die Bewertung anderer Menschen euch gegenüber nicht die Macht über euer Leben ergreifen.  

Des Weiteren wird ein Drittel unseres Selbstwertgefühls laut Psychologen von unserem Aussehen bestimmt. Hört sich wenig an? Für mich nicht. Das Problem ist, dass Frauen systematisch beigebracht wird, dass ihr Wert von ihrem Aussehen abhängt. Wenn ihr auch so denken solltet, befreit euch von diesem negativen Glaubenssatz, besser – löscht ihn direkt von eurer Festplatte. Ihr seid wunderschön! Lasst euch nicht von Schönheitsidealen beeinflussen. Ist eh das meiste alles nur Fotoshop. Wenn ihr etwas für euer äußeres Erscheinungsbild tun wollt, dann tut es nur für euch, aber nicht für jemand anderen oder, weil ihr irgendeinem Idol nacheifern wollt. Jeder von euch ist so wunderbar und individuell und genau das macht euch zu etwas ganz Besonderes. Und genauso vermittele ich es auch meinen Kindern.

 

 

JEDEN TAG!

Du bist WUNDERVOLL!

Du bist LIEBENSWERT!

Du bist etwas BESONDERES!

Du bist HÜBSCH!

Du bist KLUG!

Du bist EINZIGARTIG!

Du bist STARK!

Du bist der GESTALTER DEINES LEBENS!

Du kannst ALLES ERREICHEN was du willst!

Du bist RICHTIG – genauso wie du bist!

Und lass dir von Niemandem etwas Anderes einreden!

Alles Liebe,

Belle.

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