Mit Kindern Weltreise finanzieren: Tipps zur Finanzierung einer Langzeitreise mit Kindern

Mit Kindern Weltreise finanzieren: Tipps zur Finanzierung einer Langzeitreise mit Kindern

Weltreise finanzieren – So finanzieren wir unsere Langzeitreise mit Wohnmobil

Wie kann man sich mit Kindern eine Langzeitreise bzw. Weltreise finanzieren? Irgendwo muss das Geld doch herkommen. Genau vor derselben Frage standen wir damals auch. So eine Langzeitreise im Wohnmobil oder gar Weltreise können sich sicher nur wohlhabende Menschen leisten, so dachten wir. Oft haben wir von Weltreise-Bloggern gelesen, dass sie vor der Reise ihr Haus verkauft und u.a. von dem Erlös ihre Reise finanziert haben. Da sahen wir schon, wie sich unser Traum vom Reisen in Luft auflöste, denn Eigentum hatten wir nicht. Doch mit der richtigen Planung, kann man sich gutes Geld für eine Weltreise ansparen und sich mit einer ortsunabhängigen Tätigkeit zudem eine OpenEnd-Reise finanzieren. In diesem Beitrag wollen wir euch Anregungen geben, wie auch ihr euch eine Langzeitreise mit Wohnmobil bzw. eine Weltreise finanzieren könnt.

Weltreise finanzieren

Vorzeitige Reiseplanung

Man entscheidet nicht einfach eine Langzeitreise zu machen, lässt alles stehen und liegen und reist los. So ein großer Schritt benötigt eine gut überlegte Vorplanung. Gerade, wenn man Kinder hat, für die man Verantwortung trägt, sollte man nicht einfach ohne finanziellen Background losfahren. Bei uns kam der Gedanke mit unseren Kindern auf Langzeitreise zu gehen ca. zwei Jahre vor Reiseantritt, als wir uns gerade bei einem Freilerner-Campingwochenende befanden. Unser erstes Mal Campen überhaupt und es hat uns gleich gut gefallen, trotz des regnerischen Wetters. Ein Jahr vor Reisestart, haben wir uns dann intensiv mit der Reiseplanung beschäftigt. Da kam bei uns dann auch die Frage auf, ob wir unsere Mietwohnung sicherheitshalber behalten sollen oder nicht. Wir haben uns schlussendlich dagegen entschieden, weil das nur unnötige Kosten gewesen wären.

Habt ihr eine Eigentumswohnung oder ein Haus, könnt ihr ganz anders an die Sache herangehen. Entweder ihr vermietet euer Eigentum während der Zeit eurer Reise, oder ihr verkauft es und nutzt den Erlös für eure Reise. Um unser Reisepolster zu vergrößern, haben wir bspw. unser gesamtes Mobiliar verkauft, da wir uns die unnötigen Lagerkosten sparen wollten. Außerdem wissen wir ja gar nicht, ob die alten Möbel in eine zukünftige Wohnung passen würden. Abgesehen davon verlieren sie über die Zeit ja auch an Wert. Letzteres haben wir schmerzhaft am eigenen Leib erfahren müssen, als wir unsere teuer und neu erworbenen, erst drei Jahre alten Möbelstücke vor unserer Reise verkauft haben. Mit einem so hohen Wertverlust haben wir bei manchen Möbelstücken nicht gerechnet.

Wichtig bei der Vorplanung eurer Reise ist es auch, vorab die Reisekosten einzukalkulieren, die auf euch zukommen. Wie hoch unsere Reisekosten als 5-köpfige Familie plus Hund sind, könnt ihr in unserem Beitrag „Unsere monatlichen Ausgaben“ nachlesen. Gehen wir nun vorab darauf ein, wie ihr möglichst viel Geld für eure Reise ansparen könnt.

Prioritäten setzen

Möglichst alle unnötigen Kosten reduzieren

Ein wichtiger Punkt, wenn man sich eine Langzeit- oder Weltreise finanzieren will, ist in erster Linie Prioritäten setzen. Möchtet ihr lieber ständig hippe Klamotten kaufen, schick Essen gehen, öfter mit Freunden ins Kino oder möglichst viel Geld für eure Reise an die Seite legen, um euch euren Traum baldmöglich verwirklichen zu können? Euer Traum kann wahr werden, wenn ihr beginnt an richtiger Stelle Prioritäten zu setzten und anfangt, möglichst ALLE unnötigen Ausgaben zu reduzieren, wie z.B.:

  • Auswärtsaktivitäten (Restaurant- und Kinobesuche, etc.)
  • Kosmetik
  • Dekoartikel
  • Kleidung
  • Süßigkeiten
  • unnötige Verträge kündigen (Fitnessstudio-, Mobil-, Versicherungsverträge etc.)
  • Wellness
  • Technikartikel

Das soll nicht bedeutet, dass ihr nur noch verzichten sollt. Auf schöne Ausflüge mit euren Kindern zum Beispiel. Hin und wieder schwimmen gehen, ins Museum oder in einen Freizeitpark, mal ein Eis essen etc. oder eben Dinge, die euch und euren Kindern Freude bereiten – alles gut und schön! Aber im Allgemeinen wäre es von Vorteil, kostspielige Aktivitäten und Ausgaben zu vermeiden bzw. zu reduzieren.

Muss es unbedingt die teure Schminke von Douglas sein oder reicht auch die von DM?

Viel Geld ausgeben für teure Markenkleidung oder einfach mal bei C&A einkaufen? Dazu vorher abwägen, ob man

 

WIRKLICH

WIRKLICH

WIRKLICH

 

neue Kleidung braucht oder der Kleiderschrank vor lauter Kleidung schon auseinanderzubrechen droht.

Einen schönen Film im Kino anschauen oder einen gemütlichen Filmabend Zuhause machen?

Braucht man wirklich zwei Autos oder würde auch eines ausreichen? Wir bspw. hatten nur ein Auto. Die Arbeitsstelle war optimal an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden. Alleine damit haben wir schon einiges an Geld gespart. Wie viel Geld ihr euch mit dem Verzicht auf unnötige Dinge ersparen könnt, liegt in eurem Ermessen, auf wie viel ihr bereit seid zu verzichten.

Bremst euch vor unnötigem Konsum

Befreit euch von Dingen, die ihr nicht mehr braucht

Viele Leute tun sich schwer damit, sich von Dingen zu trennen, an denen ihr Herz gewachsen ist. War bei uns genauso. Nichtsdestotrotz wussten wir, dass wir uns von vielen Dingen einfach trennen müssen, weil wir zum einen nicht wussten, wo wir all die Sachen unterbringen sollten und zweitens einfach möglichst viel Geld für die Reise sparen wollten. In unserem Fall haben wir einfach alles verkauft, was wir nicht mehr brauchten:

 

  • Unsere Möbel
  • Bücher (Gebrauchte Bücher verkaufen bei momox.de oder büchermaxe.de)
  • Küchenausstattung
  • Dekoartikel
  • Gut erhaltene Kleidung
  • Spielzeug
  • Unser geliebtes Auto etc.

 

Ob ihr, wie wir es getan haben, all euer Hab und Gut verkaufen wollt, liegt natürlich auch daran, wie lange ihr eure Reise plant. Wenn ihr gedenkt nach einem Jahr wieder sesshaft zu werden, lohnt es sich vielleicht eher, seine Sachen einzulagern, damit man sich nicht wieder alles neu einkaufen muss. Wenn ihr OpenEnd reisen wollt, macht es evtl. schon Sinn, den Großteil, wenn nicht alle eure Sachen, die finanziell noch was reinbringen und die ihr nicht mit auf die Reise nehmen wollt, zu verkaufen. In unserem Fall haben wir wirklich alles, aber auch ALLES verkauft, was es nur zu verkaufen gab, um uns ein möglichst großes finanzielle Polster aufzubauen.

Zusätzliche Einnahmen zur Reisefinanzierung

In unserem Fall konnten wir unser Gehalt durch Mehrarbeit (Wochenendschichten) gut aufstocken. Das bedeutete allerdings, dass weniger Zeit für die Familie übrig blieb – zumindestens für den Papa. Wer diese Möglichkeit nicht hat, aber evtl. noch ein paar offene Zeitfenster in der Woche übrig hat, könnte sich mit einer kleinen Nebenjobtätigkeit die Reisekasse zusätzlich etwas auffüllen. Bei einer Familie mit Kindern ist das natürlich leichter gesagt als getan. Speziell, wenn man sich für ein Familienleben ohne Fremdbetreuung entschieden hat, wie in unserem Fall. Aber auch da gibt es Alternativen, die es ermöglichen von Zuhause aus Geld zu verdienen. So haben wir bspw. 2015 für uns eine Möglichkeit gefunden, online ein zusätzliches passives Einkommen mit dem Aufbau von Webseiten zu regenerieren.

Internet sei Dank, gibt es viele verschiedene Alternativen, ortsunabhängig sein Geld zu verdienen. Beispielsweise damit, sich eine eigene Webseite aufzubauen. In den nächsten Punkten wollen wir darauf eingehen, wie ihr mit einer eigenen Webseite Geld verdienen könnt.

Weltreise finanzieren mit Affiliate-Marketing

Was ist Affiliate-Marketing? Affiliate-Marketing ist, wie der Name schon sagt, Empfehlung-Marketing. Viele bekannte Unternehmen, wie amazon, ebay, IKEA, OTTO und viele andere, bieten Partnerprogramme an. Wenn man nun über seine Webseite Produkte über ein jeweiliges Partnerprogramm empfiehlt, bekommt man für jedes verkaufte Produkt, welches über seinen persönlichen Partnerlink verkauft wurde, eine Provision von 1 – 10 %. Je nachdem was man verkauft. Für den Käufer wird das Produkt dadurch aber nicht teurer. Habt ihr bspw. eine Partnerschaft mit IKEA und jemand kauft über eure Seite ein Möbelstück für 500 €, dann könnt ihr mit einer Provision von 10 % rechnen, sprich 50 €. Das klingt natürlich erst mal toll und nach leichtem Geldverdienen. Wenn man sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und alles richtig macht, kann man sich mit Affiliate-Markting ein gutes passives Einkommen ermöglichen. Falls ihr mehr zum Thema Affiliate-Marketing wissen wollt, dann hinterlasst uns gerne ein Kommentar.

 

Eigene Produkte vertreiben

Hast du ein Thema für eine Webseite gefunden, kannst du über diese auch eigene Produkte vertreiben, wie

 

  • E-Books
  • Video-Kurse
  • Beratung
  • Eigene Produkte
  • Fotografie etc.

Ein eigener Blog

Über einen eigenen Blog, kann man alle o.g. Aspekte miteinander vereinen. Man muss allerdings am Ball bleiben. Ein Blog will regelmäßig gepflegt werden, damit die Einnahmen kommen. Man muss viel Geduld mitbringen. Ein Blog baut sich langsam auf. Dementsprechend dauert es auch etwas länger, bis die ersten Einnahmen fließen.

Weltreise finanzieren

Ortsunabhängig Geld verdienen als Freelancer

Eine weitere Möglichkeit, sich eine Weltreise zu finanzieren und ortsunabhängig Geld zu verdienen ist ein Freelancer zu sein.
Was ist ein Freelancer? Ein Freelancer ist eine Person, die ortsunabhängig selbstständig arbeitet. Möchtet ihr euch eure Reisekasse etwas auffüllen, gibt es im Internet zahlreiche Unternehmen, die in den verschiedensten Bereichen Freelancer suchen. Beispiele für typische Freelancer-Arbeiten sind:
 
  • Übersetzung (z.B. deutsch-englische Geschäftskorrespondenz)
  • Onlineassistenz
  • Kunden E-Mails beantworten
  • Buchhaltungstätigkeiten
  • Design (z.B. Logos, Webseiten oder Grafiken erstellen)
  • Programmierung (z.B. Apps, Webseiten)
  • Texte für Blogger oder Unternehmen erstellen

Social Media Assistent

Social Media Assistenten pflegen regelmäßig die Social Media Accounts von Kunden oder Unternehmen.

 

Projektmanagement

Das Initiieren, Planen, Steuern, Kontrollieren und Abschließen von Projekten.

 

Wenn ihr Interesse daran habt, euch nebenher ein Einkommen als Freelancer zu schaffen, um euch eure Reise finanzieren zu können, schaut mal bei Portalen wie Freelancer.de, twago.de oder fiverr.com vorbei. Vielleicht ist ein passendes Angebot für euch dabei.

 

Weitere Möglichkeiten für eine

Weltreise Finanzierung

Eigene Produkte auf Märkten verkaufen

Wir haben auf unserer Reise schon einige Menschen kennengelernt, die selbstdesignten Schmuck, Dekoartikel und Handwerkskunst aller Art auf Märkten verkaufen und mit dem Erlös ihre Reise finanzieren.

 

Arbeiten als Saisonarbeiter

Davon haben wir einige auf unserer bisherigen Reise kennengelernt. Familien, die den Sommer über in ihre Heimat fahren und einige Monate dort arbeiten, um ihre Reisekasse wieder aufzufüllen. Sei es, dass sie als Angestellte oder Arbeiter eine Tätigkeit ausführen, oder sich selbstständig gemacht haben und sich auf dem Markt zur Verfügung stellen.

Ist man als selbstständiger Saisonarbeiter unterwegs, fällt zwar Planung und Papierkram an; sprich, Auftragsabwicklung und Terminplanung, aber schlussendlich rentiert es sich finanziell besser, wenn man selbstständig arbeitet.

 

Angestellter im Homeoffice

Das muss wohl nicht näher erläutert werden.

Weltreise finanzieren

Resümee

So, jetzt haben wir euch verschiedene Beispiele aufgeführt, wie auch ihr euch eine Langzeitreise mit Wohnmobil oder Weltreise finanzieren könnt. Wie oben bereits erwähnt, ist es von Vorteil, Prioritäten zu setzen. Schränkt euch einfach etwas in eurem Konsumverhalten ein und immer schön die Preise vergleichen, denn Kleinfieh macht auch Mist.

Überlegt vor jedem Lebensmitteleinkauf genau, was ihr WIRKLCH braucht. Am besten, ihr schreibt euch immer eine Einkaufsliste. Und nie mit leerem Magen einkaufen gehen, sonst ist der Einkaufswagen schnell mit unnötigen Leckereien vollgepackt.

Möchtet ihr euch zusätzlich ein Einkommen aufbauen, um eure Reise zu finanzieren, werdet ihr unter den oben genannten Punkten sicherlich etwas finden, was für euch stimmig ist. Wer suchet der findet.

Wie sagte Konfuzius so weise?

„Wähle einen Beruf, den du liebst und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten.“

Das ist auch unser Ziel, worauf wir hinarbeiten.

Wir hoffen, wir konnten euch mit diesem Beitrag bei eurer Reiseplanung etwas weiterhelfen. Falls ihr noch weitere Fragen oder Anregungen habt, hinterlasst uns gerne ein Kommentar.

Viele liebe Grüße

  Belle &

               Andi

 

Unsere neusten

Blogbeiträge

Solaranlage Wohnmobil – Solarmodule

Autark leben im Wohnmobil – Strom durch Sonnenkraft Welches Solarmodul eignet sich am besten für eine Solaranlage?   Ich bekomme u.a. oft die Frage gestellt, welche Solaranlage sich am besten eignet, wenn man mit dem Wohnmobil hauptsächlich autark stehen will,...

Auf der Suche nach meinem Selbstwertgefühl

Auf der Suche nach meinem Selbstwertgefühl Vorwort Jeder Mensch wird mit der Lust am eigenen Entdecken und Gestalten geboren. Ich denke, da sind wir Eltern uns sicherlich alle einig, dass es kein Kind gibt, welches diese Lust nicht mitbringt. Doch leider passiert es...

Solaranlage Wohnmobil Einführung

Autark leben in Wohnmobil - SolaranlageEinführung Hallo zusammen,ich habe mich lange gesträubt, dieses Thema aufzugreifen, da es komplex ist. Ich wusste einfach nicht, wo ich anfangen soll. Jeder hat andere Bedürfnisse. Dem einen reicht eine kleine Solaranlage, der...

Mit Kindern Weltreise finanzieren: Tipps zur Finanzierung einer Langzeitreise mit Kindern

Weltreise finanzieren - So finanzieren wir unsere Langzeitreise mit Wohnmobil Wie kann man sich mit Kindern eine Langzeitreise bzw. Weltreise finanzieren? Irgendwo muss das Geld doch herkommen. Genau vor derselben Frage standen wir damals auch. So eine Langzeitreise...

Autark leben im Wohnmobil – Chemie- vs. Trockentoilette

Autark Leben im Wohnmobil Chemietoilette oder Trockentoilette, auch Trenntoilette genannt - was ist besser? Bevor wir im August 2018 mit unseren drei Kindern ins Wohnmobil gezogen sind, war das ein großes Thema bei uns. Wir suchten nach Alternativen zur eingebauten...

Leben im Wohnmobil mit drei Kindern plus Hund – Unsere monatlichen Ausgaben

"Wieviel gebt ihr im Monat aus?" Das ist eine der mit am häufigsten gestellten Fragen, die wir euch heute gerne beantworten möchten. Vorab müssen wir sagen, dass die Ausgaben von Familie zu Familie unterschiedliche sein können. Folgende Punkte spielen dabei eine...

Sollte man Babys schreien lassen? 8 Gründe gegen das Schlaftraining

Babys schreien lassen? Was passiert mit Kindern, die unter dieser grausamen Methode einschlafen müssen? Wenn ich sogenannte "Ratgeber Bücher", wie „Jedes Kind kann schlafen lernen“ im Buchhandel entdecke, verstecke ich sie direkt hinter den anderen Büchern. Ich kann...

Leben im Wohnmobil mit drei Kindern – Autark Wäsche waschen

Leben im Wohnmobil - Autark Wäsche waschen Als fünf-köpfige Familie ist das Wäschewaschen bei uns ein großes Thema. Als wir noch in unserer alten Wohnung lebten, war unsere damalige 8 kg Waschmaschine mindestens zwei Mal die Woche in Betrieb. Bevor wir im August 2018...

Lotusgeburt: Für einen sanften Start ins Leben

Unsere Tochter war eine Lotusgeburt Unsere kleine Milou kam, wie ihr großer Bruder Maxime, Zuhause auf die Welt - mit einer Besonderheit: Sie war eine Lotusgeburt. Was das ist und warum einige Eltern und ich mich für eine Lotusgeburt entschieden haben, möchte ich...

Autark leben im Wohnmobi mit 3 Kindern – Wasserverbrauch

Wie hoch ist der Wasserverbrauch im Wohnmobil? Diese Frage stellte ich mir oft bevor wir die Reise antraten. Je nach Personenanzahl - in unserem Fall fünf Personen plus Hund - und Wasserverbrauch sollte man die Größe des Wassertanks einplanen. Auch sollte die Nutzlast...

Unsere Familienbett Geschichte

Ein Familienbett – was ist das eigentlich? Bevor unser ältester Sohn Malique im September 2011 geboren wurde, kannten wir diesen Begriff noch überhaupt nicht. Auch über das evolutionäre Schlafverhalten von Babys war ich noch keineswegs informiert. Wir lebten damals in...

Hilfreiche Tipps zum Wohnmobilkauf für die Familie

Was muss man beim Kauf eines Wohnmobils beachten? Ihr wollst mit euren Kindern die Welt bereisen, euch eine Auszeit nehmen von all dem Alltagsstress? Ihr habt Sehnsucht danach mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, oder einfach Fernweh? Vielleicht wollt ihr euch...

Reisetipp Sagres Algarve

Urlaub mit Kindern in Sagres Während unsere Reise an der Algarve, kündigte sich meine kleine Schwester und mein Schwager an, uns besuchen kommen zu wollen. Ich freute mich riesig und machte mich sofort auf die Suche nach einer passenden Unterkunft. Außerhalb der...

Besuch uns auch bei

Wir freuen uns auf dich!

Leben im Wohnmobil mit drei Kindern plus Hund – Unsere monatlichen Ausgaben

Leben im Wohnmobil mit drei Kindern plus Hund – Unsere monatlichen Ausgaben

Wieviel gebt ihr im Monat aus?“

Das ist eine der mit am häufigsten gestellten Fragen, die wir euch heute gerne beantworten möchten. Vorab müssen wir sagen, dass die Ausgaben von Familie zu Familie unterschiedliche sein können. Folgende Punkte spielen dabei eine Rolle:

  • Die Lebensunterhaltskosten (inkl. Spritkosten) können stark variieren, je nachdem, wo ihr gerade seid. In Norwegen und der Schweiz bspw. sind die Kosten sicherlich um einiges höher als in Frankreich, Spanien oder Portugal. Nach den Erfahrungsberichten von anderen reisenden Familien, sind die Lebensunterhaltskosten in Ländern wie Marokko oder Iran noch günstiger als in oben genannten.

 

  • Zudem kommt es auf die jeweiligen persönlichen Ansprüche an, wie viel man monatlich ausgibt. Geht ihr gerne auswärts essen oder kocht ihr lieber selbst? Kauft ihr Bio-Lebensmittel oder „normale“? Lebt ihr vegan oder seid ihr, wie unser Sohn es zu sagen pflegt „Fleischfresser“? Obst und Gemüse sind teurer als Fleisch. Ebenso können die Preisunterschiede in den verschiedenen Discountern oder auf Märkten auch sehr variieren. Das ist nicht anders als in Deutschland. Dazu kommt, ob ihr euch zwischendrin mal etwas Gutes gönnt, Geld für Freizeitaktivitäten ausgebt, euch zwischendurch neues Sportequipment, Kleidung, Spielzeug für die Kinder etc. kauft. Das summiert sich halt alles.

 

  • Die Summe der monatlichen Ausgaben hängt auch stark davon ab, wo ihr mit eurem Wohnmobil stehen möchtet. Steht ihr hauptsächlich frei, fallen dementsprechend keine Kosten an. Bevorzugt ihr Stellplätze, können die Preise/Nacht, je nachdem wo ihr euch befindet, auch stark voneinander abweichen. Im Raum Frankreich, Spanien, Portugal, haben wir über die App Park4Night auf unserer Route verglichen, dass die Parkgebühren bei kostenpflichtigen Parkplätzen oder Stellplätzen zwischen 3 – 18 € lagen. Campingplätze sind noch teurer.

 

  • Auch die Reisegeschwindigkeit und dementsprechend die Spritkosten können sich stark voneinander abheben. Dabei spielt natürlich auch eine Rolle, wie hoch der Verbrauch/km eures Fahrzeuges ist. Wollt ihr in kurzer Zeit viel sehen und reist mit eurem Wohnmobil alle 2 Tage weiter, sind die Spritkosten natürlich höher, als wenn ihr zwei Wochen am Stück irgendwo an einem Ort verweilt und das Wohnmobil ausschließlich zum Einkaufen in Bewegung setzt.

 

  • Je nachdem, wann und in welches Land ihr reisen möchtet, müsst ihr auch den Gasverbrauch einkalkulieren. Fahrt ihr in kühlere Gegenden, füllt man häufiger seine Gasflaschen zum Heizen auf als in wärmeren Gefilden.

 

Was geben wir monatlich für Lebensmittel und Annehmlichkeiten aus?

Abgesehen davon, dass wir ab und an mal Fisch essen, leben wir hauptsächlich vegetarisch. Wir haben einen hohen Konsum an Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen, Kernen, Samen und Getreide. Unsere Lebensmittel kaufen wir (leider) hauptsächlich in Discountern wie Lidl und Aldi ein. Dabei achten wir auch sehr auf Angebote bei den Bio-Lebensmittel. Wenn sich die Möglichkeit ergibt, gehen wir auch gerne auf die Märkte der Einheimischen, um frisches Obst und Gemüse zu bekommen. Die Parkplatzsuche stellt sich dabei oft schwieriger heraus als erwartet.

In seltenen Fällen gehen wir auch mal in teureren Lebensmittelketten einkaufen, wenn wir z.B. nach speziellen Sachen suchen oder nach Bastelmaterial für die Kinder. Unsere Lebensmittelkosten liegen bei 670 €/Monat. Das Futter für unseren Hund kostet uns monatlich 80 €. Nebenbei erwähnt sind, nach unseren persönlichen Erfahrungen, die Lebensmittel- als auch Spritkosten in Spanien günstiger als in Frankreich und in Portugal.

Annehmlichkeiten wie Restaurantbesuche sparen wir uns, da es für uns mit drei Kinder eher anstrengend ist auswärts zu essen. Da bevorzugen wir es lieber in Ruhe im Wohnmobil zu essen, während unsere kleine Milou auf dem Tisch herumtanzt. Ab und zu kaufen wir den Kindern auch mal ein Eis, neues Spielzeug, Sportequipment oder geben Geld für Freizeitaktivitäten wie Wasserparks oder Museumsbesuche aus. Auch neue Kleidung fällt immer wieder mal an. Vor allen Dingen bei den Kleinen, wenn sie mal wieder einen Wachstumsschub durchgemacht haben. Diese monatlichen variablen Kosten belaufen sich bei uns auf ca. 230 €. Das ist aber von Familie zu Familie unterschiedlich und auch bei uns mal mehr, mal weniger.

Ausgaben für Stellplatzgebühren

Wir haben keinerlei Ausgaben für Stellplatzgebühren, da wir ausschließlich frei stehen. Auf unserer bald einjährigen Reise haben wir nur zwei Mal auf einem kostenpflichtigen Stellplatz geparkt. Das eine Mal sind wir gerade in einer Kolone gefahren, welche einen gewissen Stellplatz anstrebte. 10 € mussten wir für eine Nacht bezahlen, die wir uns gerne gespart hätten, zumal wir diesen Stellplatz niemals angefahren hätten, wenn wir alleine unterwegs gewesen wären. Beim zweiten Mal haben wir eine Nacht für 7 € neben Freunden gestanden, die auf einem Stellplatz standen, weil der kostenfreie Parkplatz nebenan nicht kindgerecht und stark befahren war. Stellplätze sind nicht unser Ding. Wir mögen es nicht eng an eng zu stehen, sodass man beim Öffnen der Tür seinem Wohnmobil-Nachbarn direkt den Morgenkaffee anreichen kann. Wir lieben es frei zu stehen und haben uns somit zusätzlich viele Kosten gespart.

Wie hoch sind unsere Spritkosten?

Zu Beginn unserer Reise sind wir noch ziemlich zügig gereist. Die Blätter begannen langsam in ihrer bunten Farbenpracht von den Bäumen zu segeln, der Herbst und Winter standen vor der Tür. Wir wollten rechtzeitig in den wärmeren Gefilden ankommen, also drückten wir auf das Gaspedal. Demzufolge waren unsere Spritkosten zu Beginn der Reise etwas höher. Seit wir im Süden angekommen sind, hat sich unser Reisetempo sehr verlangsamt. Wenn uns ein Ort mit seiner Magie förmlich anzieht, kann es auch mal vorkommen, dass wir die Zeit um uns herum total vergessen und mehrere Wochen an ein und demselben Ort verweilen. Im langsam reisenden Zustand belaufen sich unsere Spritkosten auf ca. 160 €/Monat. Das entspricht ca. 2 Tankfüllungen mit denen wir ca. 800 km fahren können. Die Kosten können natürlich, wie oben erwähnt, je nach Fahrzeug und Verbrauch variieren. Unsere Emma schluckt bspw. 16l/100 km. Außerdem kommt es auch auf die Reisegeschwindigheit an. Wenn wir, für unsere Verhältnisse, schnell unterwegs sind, belaufen sich unsere Spritkosten auf ca. 320 €/Monat. Das entspricht ca. 1850 km/Monat.

Unsere Gaskosten

Wenn wir uns in warmen Gefilden aufhalten und es viele Sonnetage gibt, reicht uns eine Gasflasche/Monat, da unser Kühlschrank tagsüber hauptsächlich über Solar betrieben wird. Das sind dann 15 € für eine Gasfüllung. Wenn wir im Winter heizen müssen, kann es auch schon mal auf 60 €/Monat kommen.

Fixkosten

Unsere Fixkosten summieren sich aus:

  • 2x Handyverträge (60 GB Datenvolumen EU weit): 50 €
  • KFZ Steuer: 33 €
  • Vollkaskoversicherung: 65 €
  • Haftpflichtversicherung (Familienversicherung): 8 €
  • Auslandskrankenversicherung: 180 €

Das macht insgesamt 336 €/Monat. Krankenversicherung müssen wir momentan nicht zahlen, da wir uns in Elternzeit befinden.

Es fallen natürlich ab und an auch mal Kosten für Reparaturen an. Die können wir in die Berechnung nicht mit einkalkulieren, weil es von Wohnmobil zu Wohnmobil Glückssache ist. Da ist es auf jeden Fall von Vorteil, wenn man für solche Fälle Rücklagen hat. Überraschende Mehrkosten können immer entstehen. Wir hatten bspw. richtig Pech mit unserer Emma: In den ersten vier Monaten hatten wir mehrere tausend Euro an Reparaturkosten. Das tut weh, aber ist nun Vergangenheit. Man muss immer nach vorne schauen.

Unsere monatlichen Ausgaben

Auf einen Blick

Insgesamt belaufen sich unsere monatlichen Kosten auf ca. 1651 €. Diese Summe ist nur ein Richtwert für eine 5-köpfige Familie mit Hund. Das varriiert von Familie zu Familie, je nach den jeweiligen persönlichen Bedürfnissen, Anzahl der Familienmitglieder und Fahrzeug, mit dem ihr unterwegs seid. Wir haben auch Familien kennengelernt, die weniger ausgeben als wir.

Wir hoffen, wir konnten euch mit diesem Beitrag etwas weiterhelfen. Falls ihr noch Fragen oder Anregungen habt, schreibt sie uns gerne in die Kommentare.

Viele liebe Grüße

 

    Belle +

                        Andi

Unsere neusten

Blogbeiträge

Solaranlage Wohnmobil – Solarmodule

Autark leben im Wohnmobil – Strom durch Sonnenkraft Welches Solarmodul eignet sich am besten für eine Solaranlage?   Ich bekomme u.a. oft die Frage gestellt, welche Solaranlage sich am besten eignet, wenn man mit dem Wohnmobil hauptsächlich autark stehen will,...

Solaranlage Wohnmobil Einführung

Autark leben in Wohnmobil - SolaranlageEinführung Hallo zusammen,ich habe mich lange gesträubt, dieses Thema aufzugreifen, da es komplex ist. Ich wusste einfach nicht, wo ich anfangen soll. Jeder hat andere Bedürfnisse. Dem einen reicht eine kleine Solaranlage, der...

Mit Kindern Weltreise finanzieren: Tipps zur Finanzierung einer Langzeitreise mit Kindern

Weltreise finanzieren - So finanzieren wir unsere Langzeitreise mit Wohnmobil Wie kann man sich mit Kindern eine Langzeitreise bzw. Weltreise finanzieren? Irgendwo muss das Geld doch herkommen. Genau vor derselben Frage standen wir damals auch. So eine Langzeitreise...

Autark leben im Wohnmobil – Chemie- vs. Trockentoilette

Autark Leben im Wohnmobil Chemietoilette oder Trockentoilette, auch Trenntoilette genannt - was ist besser? Bevor wir im August 2018 mit unseren drei Kindern ins Wohnmobil gezogen sind, war das ein großes Thema bei uns. Wir suchten nach Alternativen zur eingebauten...

Leben im Wohnmobil mit drei Kindern plus Hund – Unsere monatlichen Ausgaben

"Wieviel gebt ihr im Monat aus?" Das ist eine der mit am häufigsten gestellten Fragen, die wir euch heute gerne beantworten möchten. Vorab müssen wir sagen, dass die Ausgaben von Familie zu Familie unterschiedliche sein können. Folgende Punkte spielen dabei eine...

Leben im Wohnmobil mit drei Kindern – Autark Wäsche waschen

Leben im Wohnmobil - Autark Wäsche waschen Als fünf-köpfige Familie ist das Wäschewaschen bei uns ein großes Thema. Als wir noch in unserer alten Wohnung lebten, war unsere damalige 8 kg Waschmaschine mindestens zwei Mal die Woche in Betrieb. Bevor wir im August 2018...

Autark leben im Wohnmobi mit 3 Kindern – Wasserverbrauch

Wie hoch ist der Wasserverbrauch im Wohnmobil? Diese Frage stellte ich mir oft bevor wir die Reise antraten. Je nach Personenanzahl - in unserem Fall fünf Personen plus Hund - und Wasserverbrauch sollte man die Größe des Wassertanks einplanen. Auch sollte die Nutzlast...

Hilfreiche Tipps zum Wohnmobilkauf für die Familie

Was muss man beim Kauf eines Wohnmobils beachten? Ihr wollst mit euren Kindern die Welt bereisen, euch eine Auszeit nehmen von all dem Alltagsstress? Ihr habt Sehnsucht danach mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, oder einfach Fernweh? Vielleicht wollt ihr euch...

Reisetipp Sagres Algarve

Urlaub mit Kindern in Sagres Während unsere Reise an der Algarve, kündigte sich meine kleine Schwester und mein Schwager an, uns besuchen kommen zu wollen. Ich freute mich riesig und machte mich sofort auf die Suche nach einer passenden Unterkunft. Außerhalb der...

Besuch uns auch bei

Wir freuen uns auf dich!

Hilfreiche Tipps zum Wohnmobilkauf für die Familie

Hilfreiche Tipps zum Wohnmobilkauf für die Familie

Was muss man beim Kauf eines Wohnmobils beachten?

Ihr wollst mit euren Kindern die Welt bereisen, euch eine Auszeit nehmen von all dem Alltagsstress? Ihr habt Sehnsucht danach mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, oder einfach Fernweh? Vielleicht wollt ihr euch zwei bis drei Jahre Elternzeit nehmen – nicht mehr warten, bis ihr in Rente geht und euch mit 30 Tagen Urlaub im Jahr abspeisen lassen, sondern euer Leben JETZT schon genießen und seid auf der Suche nach dem passenden familientauglichen Reisemobil? Ihr wollt wissen, was genau ihr beim Wohnmobilkauf für eine Langzeitreise beachten müsst? Ich sage es euch! In diesem Bericht geht es nicht um die Suche nach dem richtigen Wohnmobil für einen zweiwöchigen Campingurlaub:

Ich erzähle hier von meinen Erfahrungen vom Leben im Wohnmobil mit drei Kindern plus Hund und was ihr beim Kauf für ein Langzeitreise-Familien-Wohnmobil beachten solltet.

 

Leben im Wohnmobil

Ich habe mit meiner Familie unser komplettes Hab und Gut aufgelöst und bin mit ihnen im August 2018 ins Wohnmobil gezogen, um die Welt zu bereisen. Ich habe mich lange vor Reisestart genauestens erkundigt, worauf ich beim Kauf eines Wohnmobils für 5 Personen achten sollte. Zum damaligen Zeitpunkt war ich absoluter Neuling und Laie in Sache Wohnmobil. Ich dachte, mit unserem jetzigen Wohnmobil hätte ich eine gute Wahl getroffen. Heute, nach bald einem Jahr Leben im Wohnmobil, weiß ich, auf was ich NOCH alles hätte achten sollen. Aber, wie heißt es so schön? – „Aus Fehlern lernt man.“ Und meine Fehler bzw. meine Erfahrungen möchte ich in diesem Beitrag gerne mit euch teilen.

Dazu möchte ich erwähnen, dass wir bisher noch nie auf einem Campingplatz gestanden haben, also meistens frei oder (eher selten) auf Wohnmobilstellplätzen stehen, wenn es nicht anders geht. Wir hängen nie an der Steckdose oder sind von Entsorgungsstationen für Chemie Toiletten abhängig. 

Möchtet ihr mit eurer Familie auf Langzeitreise gehen, steht du erstmal vor einer großen Auswahl an Reisemobilen. Das kann ein Kastenwagen sein, ein LKW mit einem ausgebauten Koffer, das klassische Wohnmobil oder ein Wohnwagen. Seid ihr Neulinge auf dem Gebiet, seid ihr am Anfang vielleicht verunsichert, worauf ihr alles achten solltet und könnt beim Kauf viel falsch machen. Wenn ihr euch dann erst einmal beim Wohnmobil vergriffen habt, kann es sehr schnell teuer werden und die Frustration ist groß. Dann macht das Reisen nur noch halb so viel Spaß.

 

Wohnmobil oder Wohnwagen?

Am Anfang wollte ich ein Wohnwagen kaufen. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Zum einen ist ein Wohnwagen in der Anschaffung günstiger und zum anderen flexibler, als ein Wohnmobil. Man kann ihn einfach abstellen und den PKW für kurze Trips nutzen, wie z.B. Städtetouren oder kurz mal zum Lebensmittel einkaufen. In unserem Fall war ein Wohnwagen aber eher unvorteilhaft. Einen Wohnwagen kann man hauptsächlich nur auf Campingplätzen abstellen. Auf normalen Plätzen für Wohnmobile oder normalen Parkplätzen ist das Abstellen verboten. Die Zuladung von einem Wohnwagen ist äußerst begrenzt. Das Fahren mit einem Wohnwagen ist in manchen Situationen mühselig. Rückwärts wenden kann an engen Stellen zu einer großen Herausforderung werden. Auch steigt der Verbrauch bis zu 20L und höher, wenn der Wohnwagen hinten dran hängt. Zudem ist der Frischwassertank im Wohnwagen sehr klein. Alles Punkte, weshalb ich mich beim Kauf lieber für ein Wohnmobil entschieden habe.

 

Wohnmobil bis zu 3,5t oder über 3,5t?

Diese Frage stellen sich viele Familien. Die meisten ab Baujahr 1999 verfügen gewöhnlicherweise über einen normalen Führerschein Klasse B. Es sei denn man ist Berufskraftfahrer. Mit dem Führerschein Klasse B dürft ihr ein KFZ bis 3,5t führen. Also könnt ihr in diesem Moment erstmal nur ein Wohnmobil bis 3,5t kaufen. Wollt ihr ein Wohnmobil über 3,5t führen, müsst ihr eine Führerscheinerweiterung machen. Die Führerscheinklasse C1 bis 7,5t wäre die nächste Möglichkeit. Die Erweiterung kostet ca. 2500€. So war es zumindest bei mir, ohne Zusatzstunden. Das ist schon mal nicht billig, vielleicht ist es woanders billiger.

Bevorzugt ihr euch ein Wohnmobil bis zu 3,5t anzuschaffen, beachtet folgende Nachteile:

  • 3,5 t haben einen kleinen Wassertank. In der Regel ist dieser nicht über 100L
  • 3,5 t haben eine niedrige Zuladung. Das Leergewicht vom Wohnmobil wird nicht unter 3,2t liegen – das heißt, ihr könnt noch ca. 250kg zuladen. Mit bspw. zwei Erwachsenen, 2 Kindern, Essen, voller Tankfüllung und vollem Wassertank, seid ihr auf jeden Fall über 3.5t. Beim Kaufen, niemals auf die Fahrzeugscheindaten vertrauen. Da steht immer weniger als das tatsächliche Gewicht. Bis 250kg Differenz ist da keine Seltenheit
  • Es ist häufig ausschließlich Platz für eine Gasflasche.

Deswegen meine Empfehlung: Habt ihr das nötige Geld für eine Erweiterung auf C1, ist es ratsam eine zu machen. Der Wassertank bei einem über 3,5t Fahrzeug ist ab 150l – 500l, wodurch ihr auch längere Zeit mal an einem Ort stehen könnt, ohne nach ein paar Tagen wieder zu einer Versorgungsstation fahren zu müssen, weil der Wassertank leer ist. Siehe dazu auch meinen Beitrag zum Thema „Autark Leben im Wohnmobil – Wasserverbrauch“. Desweiteren habt ihr eine höhere Zuladung, was bei Familien mit Kindern echt von Vorteil ist, da doch oft mehr eingepackt wird als man eigentlich benötigt. Über 3,5t sind in der Regel große Wohnmobile, wodurch man mehr Platz und vor allen Dingen mehr Stauraum hat. Dazu gibt es Platz für zwei Gasflaschen, wodurch ihr länger mit deinen Gasreserven auskommt.

Allerdings gibt es auch bei Wohnmobilen über 3,5t ein paar Nachteile gegenüber den Wohnmobilen bis 3,5t. Man kann nicht überall reinfahren oder parken. Der TÜV muss jedes Jahr gemacht werden. Seid ihr im Ausland unterwegs, ist es egal. Im Ausland kontrolliert keiner, ob euer TÜV abgelaufen ist, denn der TÜV gilt nur für Deutschland. Aber sobald ihr die deutsche Grenze passierst, müsst ihr direkt den TÜV anfahren.

 

Wichtiger Hinweis: Ob ihr euch nun für ein 3,5t oder über 3.5t Reisemobil entscheidet, lasst auf jeden Fall vor dem Kauf noch einmal das Leergewicht auf der Waage kontrollieren, z.B. bei einer Mülldeponie oder beim TÜV. Bei allen Wohnmobilen steht im Fahrzeugschein generell ein Leergewicht, welches nicht den Tatsachen entspricht. Alle Wohnmobile sind schwerer als das tatsächlich angegebene Gewicht. Wie bereits oben erwähnt ist bis zu 250kg Differenz keine Seltenheit.

 

Bspw. steht bei meinem Wohnmobil, mit 8,3 Meter Länge (ohne Fahrradhalterung), im Fahrzeugschein ein Leergewicht von 3,8t und ist aufgelastet auf 4,85t. Vor dem Kauf war ich mit dem Fahrzeug nicht auf der Waage. Ich ging beim Kauf davon aus, dass ich eine Zuladen von 1000kg haben werde. Das fand ich natürlich klasse. Als ich dann aber kurz vor unserem Reiseantritt auf die Waage gefahren bin, war ich geschockt…

Mit allem drum und dran, vollem Sprit, vollem Wassertank, voller Beladung (Lebensmittel, Kleidung und allem, was wir auf unsere Reise mitnehmen wollten inkl. Frau und die Kinder), zeigte die Waage ein Gewicht von 4,95t an. Also 100kg zu viel. Und wir reden hier über ein Wohnmobil mit 1000kg Zuladung – laut Papier. Da könnt ihr euch vorstellen, was euch bei einem Wohnmobil bis 3,5t erwartet. Ich gehe davon aus, dass das tatsächliche Leergewicht meines Wohnmobils locker über 4000 kg liegt.

Es gibt Wohnmobile mit 7,5 Meter bis 3,5t. Da brauchen wir über die Zuladung garnicht zu reden. Viele Wohnmobilisten haben mir geraten, dass der Wassertank, während der Fahrt, fast leer sein soll. Ich könne ihn dann Vorort füllen. Das gilt vielleicht für diejenigen, die bevorzugt Campingplätze anfahren, aber nicht für Familien, die lieber freistehen wollen und unabhängig von Wasser- und Stromversorgung. Da muss alles voll sein – Lebensmittelschränke, Kühlschrank als auch der Wassertank.

 

Meine Meinung: Ich habe bewusst eine Führerschein Erweiterung gemacht, damit mit meiner Zuladung immer im grünen Bereich bin. Zukünftig werde ich mich aber nach einem Wohnmobil mit min. 6t zulässigem Gesamtgewicht umschauen, damit die Zuladung noch mehr Luft nach oben hat. Während der Reisen haben wir auch oft Dinge dazu gekauft, wodurch das Wohnmobil an Gewicht stetig zunimmt. Wir sind bei unseren 4,85t immer am Limit.

 

Wie groß sollte ein Wohnmobil für die Familie sein?

Welche Größe ideal ist für eine Familie ab 3 Kindern evtl. plus Hind ist, kommt ganz auf die jeweiligen Bedürfnisse und das verfügbare Budget an. Belle und ich sind sehr zufrieden mit der Größe unseres Wohnmobils, haben aber auch Familien mit 3 Kindern getroffen, die mit deutlich kleineren Wohnmobilen unterwegs sind, von ca. 6 Meter Länge und bis 3,5t. Wiederum andere 5-köpfige Familien sind mit kleinen umgebauten Transportern unterwegs und zufrieden damit. Oder 3-köpfigen Familien, die mit riesigen Wohnmobil-Schiffen durch die Welt fahren. Somit kann man nicht pauschalisieren, welches Wohnmobil für Familien am besten geeignet ist.  

Entscheidest ihr euch für ein kleines Wohnmobil, bestehen folgende Nachteile:

  • Durch den kleinen Raum, ist alles sehr beengt und man hat keinerlei Möglichkeiten sich aus dem Weg zu gehen. Das kann bei schlechtem Wetter echt stressig werden. Es kommt dann viel häufiger zu Streitigkeiten.
  • Für Vorräte ist zu wenig Platz. Das führt dazu, dass ihr alle 3 bis 4 Tage aufbrechen müsst, um sich neu einzudecken.

Vorteile bei einem kleineren Wohnmobil sind, dass ihr auch manch schöne und geheimnisvolle Plätze anfahren könnt, die ihr mit einem längeren Wohnmobil nicht immer erreichen könnt. Auch, wenn ihr mal eine Stadt besuchen wollt, findet ihr eher einen Parkplatz mit einem kleineren Wohnmobil als mit einem großen.

Bei einem großen Wohnmobil, gibt es aber auch deutliche Vorteile. Wir z.B. haben einen Dethleffs Globaltrotter Esprit 7870. Aufgrund der Raumgröße gibt es mehr Ausweichmöglichkeiten, was bei schlechtem Regenwetter echt von Gunsten sein kann. Wir kommen lange mit unseren Lebensmitteln aus, da wir einen großen Kühlschrank inkl. Eisfach haben, viel Platz im Obst und Gemüsefach und allgemein mehr Stauraum für Nahrungsmittel. Mit 280l Frischwasser kommen wir ca. 10 Tage am Stück aus. Während in kleineren Wohnmobilen innen häufig das reinste Chaos herrscht, da es an Aufbewahrungsmöglichkeiten fehlt, verfügt unser Wohnmobil über eine riesige Heckgarage und einen großen Doppelboden. Dadurch haben wir einen enormen zusätzlichen Stauraum. Das sorgt für viel Freiraum und Ordnung im Wohnbereich.

Die Nachteile eines großen und langen Wohnmobils sind aber auch nicht ohne. Bevor ich in eine Stadt fahre, muss ich mich vorher bei Google Maps und Google Earth erkundigen, wo ich mich überhaupt hinstellen kann. Ist der ausgewählte Platz zugeparkt, fällt es mir häufig schwer, mit diesem großen Gefährt einen geeigneten Parkplatz zu finden. Dazu ist das Hinterteil bei unserem Wohnmobil einfach zu lang, wodurch ich häufig aufsetzte. Wenn was am Wohnmobil kaputt geht, dann muss ich erstmal eine Werkstatt finden, die so ein großes Wohnmobil bedienen kann – und das ist nicht einfach.

 

Meine Meinung: Für mich ist es ab und zu schon stressig mit diesem großen Wohnmobil zu fahren, speziell, wenn ich in die Stadt fahre und auf Parkplatzsuche bin. Aber als Freisteher ist dieses Wohnmobil für mich und meine Familie einfach optimal. Wir können ohne Probleme knapp eine Woche irgendwo im Freien stehen. Wir haben ausreichend Freiraum und genügend Platz für die Kinder zum Spielen. Es gibt für alle Familienmitglieder genügend Rückzugsmöglichkeiten. Der Innenraum unseres Wohnmobils ist so aufgeteilt, dass sich Heckbett, Küche, Bad, Essbereich und Alkoven wie separate Räume anfühlen. Dazu bin ich sehr dankbar für die Vielfalt an Stauraummöglichkeiten.

 

Wohnmobil mit Doppelboden oder ohne?

Unser Wohnmobil hat einen Doppelboden. Wir haben schon viele reisende Familien kennengelernt, die keinen hatten, aber im Nachhinein gerne einen hätten. Durch einen Doppelboden verfügen wir über sehr viel Stauraum. Hier lagern wir Belle´s Nähmaschine plus Nähkoffer mit Stoffen und allem Drum und Dran, zwei Werkzeugkoffer, einen Bollerwagen, ein Wurfzelt, etliche Spielzeugboxen der Kinder, Picknickdecken, schmutzige Schuhe etc. Alles Zeug, was man nicht unbedingt im Innenraum verstauen möchte. Dadurch haben wir uns auch eine Menge Schmutz gespart. Durch den Doppelboden ist unser Wohnmobil zusätzlich winterfest. 

 

Braucht man als Familie auf Reisen eine Heckgarage?

Da wir früher mit unseren Kindern schon immer im gemeinsamen Familienbett geschlafen haben und es im Wohnmobil nicht missen wollten, haben wir uns direkt für einen Alhoven mit großem Heckbett entschieden. Durch das erhöhte Heckbett, haben wir eine sehr große Heckgarage. Dort verstauen wir alle möglichen Sachen, wie vier große Camping Stühle, zwei riesige Boxen mit Winterkleidung und Draußenspielzeug, drei Bodyboards, drei 30l Weithalskanister, einen Wäscheständer, unsere Camping Waschmaschine und weiteren Krimskrams. Durch den zusätzlichen Stauraum im Doppelboden und in der Heckgarage, haben wir, wie oben bereits erwähnt, viel mehr Freiraum im Wohnbereich. Wir müssen nicht ständig Sachen hin und her räumen, um uns Platz freizuschaufeln. Das haben wir nämlich von vielen anderen reisenden Familien gehört, die sich für ein Wohnmobil mit Etagenbett und ohne Heckgarage entschieden haben. Auch verfügt die Mehrheit über keinen Doppelboden. Wir persönlich sind froh darüber eine große Heckgarage zu haben.

 

Heckantrieb oder Frontantrieb?

Ich kann euch nur raten ein Wohnmobil mit Heckantrieb zu kaufen. Die frontangetrieben Wohnmobile haben allesamt die gleiche negative Eigenschaft:

Sie sind vorne einfach zu leicht und bei großen, langen Wohnmobilen verlagert sich der Schwerpunkt noch weiter nach hinten. Ich habe – wie gesagt – ein 8,3 Meter Wohnmobil mit Frontantrieb und Tandem Bereifung und fahre oft durch unebene Straßen oder Feldwege. Der Motor ist permanent überlastet, da er das gesamte Gewicht ziehen muss. Die Reifen vorne nutzen sich dadurch schneller ab. Bei nicht asphaltierten Straßen, drehen die Reifen sehr oft durch. Egal was euch die Verkäufer erzählen, kauft euch besser ein Wohnmobil mit Heckantrieb!

 

Meine Meinung: Unser nächstes Wohnmobil, wird definitiv eines mit Heckantrieb sein. Das wird mir viel Stress ersparen.

 

Worauf haben wir bei unserer Ausstattung geachtet?

Möchtet ihr vorwiegend frei stehen, sollte euer Wohnmobil über einen großen Wassertank verfügen. Wir haben einen 150l Tank. Das ist nicht so groß. Deswegen haben wir uns zusätzlich 3x 30l Weithaltkanister* zugelegt.  Damit ergeben sich insgesamt 240l Frischwasser. Das ist soweit ok. Mit Spülen, Waschen, Duschen, Wäschewaschen kommen wir hiermit ca. 12 Tage aus. Ohne Wäschewaschen würden wir damit auch ca. 24 Tage auskommen. Aus dem Wassertank trinken wir nicht und benutzen das Wasser auch nicht zum Kochen. Wir kaufen immer 8 x 5l Flaschen Trinkwasser dazu. Das Wasser benutzen wir zum trinken und Kochen. Inklusive der 40l Trinkwasser verfügen wir insgesamt über 280l Frischwasser.

Der Kühlschrank sollte bei einer 5-köpfigen Familie schon groß sein. Weiter unten im Beitrag gehe ich nochmal etwas genauer auf das Thema Kühlschrank ein.

Ein Herd mit zwei Kochplatten reicht völlig aus. Wir haben sogar einen Backofen, der war halt beim Kauf dabei. In der Regel haben die meisten Wohnmobile keinen Backofen. Ist von Vorteil einen zu haben, aber kein Muss.

In unserem Badezimmer ist die Dusche getrennt von der Toilette. Dadurch haben wir einfach mehr Platz und müssen nach dem Duschen nicht das gesamte Bad reinigen.

Möchtet ihr, ein winterfestes Wohnmobil, empfehle ich euch eines mit Doppelboden zu wählen. Das hat auch zusätzlich, wie oben bereits erwähnt, viel mehr Stauraum. Bei der Ausstattung unseres Wohnmobils war uns auch wichtig, dass Platz für zwei Gasflaschen vorhanden ist.

Wollt ihr hauptsächlich frei stehen, empfiehlt sich eine gute Solaranlage. Die meisten Wohnmobile haben eine kleine Solaranlage mit einer Leistung von ca. 100W-200W auf dem Dach. Damit ist das Freistehen in der Winterzeit bei kurzen Sonnenstunden beeinträchtigt, da irgendwann mal der Saft ausgeht.  

Wenn ihr es euch zutraut, kauft euch ein Wohnmobil ohne Solaranlage und baut euch selbst eine leistungsstarke ein, oder lasst euch eine nach euren Bedürfnissen einbauen. Ich habe meine Solaranlage damals selbst umgebaut und hätte es vorteilhafter gefunden, wenn das Wohnmobil beim Kauf keine Solaranlage gehabt hätte. Da wäre mir viel Arbeit erspart geblieben, denn die alten Halterungen der ursprünglichen Solarplatten zu entfernen war sehr mühselig.

 

Meine Empfehlung: Bringt euch eine gescheite Solaranlage mit 400W bis 700W Panels an und baut euch einen Lithium Akku (dazu werde ich noch einmal eine Anleitung schreiben). So 200Ah bis 300Ah sollten locker reichen.

 

Ob das Wohnmobil eine Klimaanlage hat oder nicht, ist prinzipiell egal, oder eher gesagt lieber nicht. Wenn ihr im Freien stehen wollt, könnt ihr die Klimaanlage eh nicht nutzen, da die leistungsstarke Klimaanlage die Batterien nach kurzer Zeit leer saugt. Dann lieber ein schönes Fenster, damit mehr Licht ins Wohnmobil kommt. Wir haben unsere Klimaanlage noch kein einziges Mal genutzt.

Wir haben einen Absorber Kühlschrank. Den würde ich beim nächsten Mal direkt ausbauen, da er ein großer Gas- und Stromfresser ist. Stattdessen würde ich einen Kompressor Kühlschrank einbauen. Dieser läuft nur mit Strom, braucht kein Gas und ist sparsam.

Die meisten Wohnmobile verfügen über eine Chemie Toilette. Unseres ursprünglich auch. Ich habe sie aber direkt nach dem Kauf ausgebaut und gegen eine Trockentoilette ersetzt. Chemie Toilette sind schnell voll und man findet nicht überall Entsorgungsstationen. Den Inhalt einer Trockentoilette hingegen kann man überall entsorgen.

Wenn ihr die Umbauarbeiten selbst vornehmt, anstatt eine Firma zu beauftragen, könnt ihr eine Menge Geld sparen. Also nur Mut! Selbst anpacken, ist nicht schwer und man weiß am Ende, was man hat.

 

Auf was solltet ihr bei der Wohnmobilbesichtigung achten?

Bevor ihr einen Besichtigungstermin mit einem Verkäufer vereinbart, klärt mit ihm ab, ob er sich dazu bereit erklärt, die Wassertanks voll zu machen, die Gasflasche anzuschließen, dass das Nummernschild dran ist, um eine Probefahrt machen zu können und, ob er auf eine Werkstattbesichtigung eingeht. Lehnt der Verkäufer einen der Punkte ab, hat er möglicherweise etwas zu verbergen. Dann würde ich persönlich von vornherein davon abraten, das Wohnmobil zu besichtigen.

Habt ihr euch für ein Wohnmobil entschieden, ist es wichtig vor dem Kauf das Wohnmobil sehr genau unter die Lupe zu nehmen. An einem Wohnmobil ist fast immer irgendetwas kaputt oder irgendetwas funktioniert nicht richtig. Last euch nicht von der Optik täuschen. Wenn man ein Wohnmobil von außen richtig sauber macht, dann sehen sie alle schön aus. Das Wichtigste ist genauestens unter, auf und im Inneren des Wohnmobils nach Mängeln zu suchen. Ob es von außen viele Kratzer oder Macken hat, ist nicht so wichtig. Beim Wohnmobil kommt es auf die Zuverlässigkeit und Funktionalität an.

 

Ab auf die Hebebühne

Sorgt dafür, dass ihr das Wohnmobil auf eine Hebebühne bekommt. Das ist wichtig! Wenn das Fahrzeug auf der Bühne steht, kontrolliert direkt alles nach Rost. Im Gegensatz zu PKWs, ist bei Wohnmobilen der Rost ein großes Thema. Viele Wohnmobile stehen über Winter monatelang auf offenen Plätzen. Wer da nicht einen richtigen Unterbodenschutz gemacht hat, der hat in der Regel später mit Rost zu kämpfen. Auch können sich die Bremsen durch die langen Stehzeiten über Winter, festgesetzt haben. Kontrolliert auch jedes Rad und lasst es im Freien mit Schwung drehen. Alle Reifen sollten ungefähr gleichermaßen zum Stillstand kommen. Wenn ein Rad auffällig schneller zum Stillstand kommt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Bremsen festsitzen oder die Handbremse festsitzt. Zusätzlich solltet ihr die Reifen hin und her drücken, um festzustellen, ob die Räder festsitzen oder ein leichtes Spiel haben. Könnt ihr ein leichtes Spiel erkennen, ist in der Regel ein Radlagerschaden vorhanden. Habt ihr die Möglichkeit die Reifen runterzunehmen, dann macht das bitte! Kontrolliert bei den Bremsscheiben und Bremsklötzen, ob die Abnutzung gleichmäßig ist, oder der Verschleiß noch gut ist.

Fasst die Stabilisatoren und Lenkstangen richtig fest an und wackelt sie hin und her. Haben diese ein Spiel, sollten sie gewechselt werden. Das sind die häufigsten Mängel, die vorkommen können. Habt ihr nicht die Möglichkeit das Wohnmobil auf die Bühne zu stellen, dann kautt ihr evtl. die Katze im Sack.

 

Dachinspektion

Das Dach muss unbedingt auch kontrolliert werden. Viele Wohnmobile haben einen Hagelschaden. Das muss aber nichts Schlimmes bedeuten. Nicht direkt abschrecken lassen. Mein Wohnmobil hat auch einen Hagelschaden und es ist trotzdem alles wasserdicht. Nichtsdestotrotz ist es eine Preisminderung. Achtet auch auf Risse auf dem Dach. Seht ihr irgendwo Risse, solltet ihr lieber die Finger von diesem Wohnmobil lassen.

 

Innenraum-Check

Der Alkoven ist anfällig auf Schimmel und Feuchtigkeit. Hat das Wohnmobil einen Alkoven, kontrolliert jede kleinste Ecke nach Feuchtigkeit und Schimmel. Seht dazu auch unter die Matratze. Achtet zusätzlich auf modrigen Geruch. Auch, wenn es zeitaufwendig und nervig für Käufer und Verkäufer ist, solltet ihr alle Türen, Schrankknöpfe, Schließ- und Öffnungsmechanismen auf ihre Funktionalität prüfen. Dazu gehören auch Rollläden und Fenster. Kontrolliert bei allen Fenstern, ob sie sich richtig öffnen und schließen lassen, ohne zu klemmen oder zu verhaken. Lassen sich alle Rollenden korrekt verschließen/einrasten/öffnen? Wie sehen die Fliegengitter aus? Sind sie noch in Ordnung?

Kommen wir zum Bad. Da die Dusche größtenteils aus Kunststoff besteht, kontrolliert diese auf jeden Fall nach Rissen und Beschädigungen. Achtet auch in den Schränken auf Schimmel, Feuchtigkeit und modrigen Geruch. Testet alle Wasserhähne auf deren Funktion und Dichtigkeit. Vor allen Dingen im Bereich der Schlauchanschlüsse nachschauen.

Kontrolliert die Heizung, ob sie störungsfrei zündet und geruchslos ist. Achtet auch beim Wasserbeuler darauf, dass er das Wasser richtig aufheizt. Wie sieht es mit dem Kühlschrank aus? Kühlt er richtig? Testet, ob alle Herdplatten angehen.

 

Meine Meinung: Wenn ihr all diese Punkte beachtet, könnt ihr beim Wohnmobilkauf eigentlich nichts falsch machen. Ich habe mir damals, als Leihe, leider nicht die Zeit für eine so intensive Inspektion genommen. Das ist mir teuer zu stehen gekommen. Ich musste nach dem Kauf noch ordentlich in das Wohnmobil investieren, da mit der Zeit immer neue Mängel ans Tageslicht gekommen sind. Wenn ihr euch ganz unsicher seid, nehmt euch für die Wohnmobilbesichtigung jemanden mit, der etwas Erfahrung hat. Kennt ihr keinen persönlich, bieten sich auch bei Facebook etliche Wohnmobilgruppen an, um nach einer Begleitung zu fragen.

 

Fazit:

Wenn man längerfristig mit seiner Familie im Wohnmobil auf Reisen gehen möchte, oder – wie wir – gar im Wohnmobil leben möchte, gibt es beim Wohnmobilkauf viel zu beachten. Man muss auf die Wünsche und Bedürfnisse der Familie achten und natürlich spielt auch das Budget eine große Rolle. Es gibt einige Vor- und Nachteile, sowohl bei großen als auch bei kleineren Reisemobilen. Da muss man einfach in sich hineinhorchen, was man braucht und was für einen das richtige Modell ist. Ich hoffe, dieser Beitrag konnte euch gedanklich etwas weiterhelfen. Falls ihr noch weitere Fragen oder Anregungen habt, lass mir gerne ein Kommentar da.

Liebe Grüße  

 

Andi

 

Unsere neusten

Blogbeiträge

 

Solaranlage Wohnmobil – Solarmodule

Autark leben im Wohnmobil – Strom durch Sonnenkraft Welches Solarmodul eignet sich am besten für eine Solaranlage?   Ich bekomme u.a. oft die Frage gestellt, welche Solaranlage sich am besten eignet, wenn man mit dem Wohnmobil hauptsächlich autark stehen will,...

Solaranlage Wohnmobil Einführung

Autark leben in Wohnmobil - SolaranlageEinführung Hallo zusammen,ich habe mich lange gesträubt, dieses Thema aufzugreifen, da es komplex ist. Ich wusste einfach nicht, wo ich anfangen soll. Jeder hat andere Bedürfnisse. Dem einen reicht eine kleine Solaranlage, der...

Mit Kindern Weltreise finanzieren: Tipps zur Finanzierung einer Langzeitreise mit Kindern

Weltreise finanzieren - So finanzieren wir unsere Langzeitreise mit Wohnmobil Wie kann man sich mit Kindern eine Langzeitreise bzw. Weltreise finanzieren? Irgendwo muss das Geld doch herkommen. Genau vor derselben Frage standen wir damals auch. So eine Langzeitreise...

Autark leben im Wohnmobil – Chemie- vs. Trockentoilette

Autark Leben im Wohnmobil Chemietoilette oder Trockentoilette, auch Trenntoilette genannt - was ist besser? Bevor wir im August 2018 mit unseren drei Kindern ins Wohnmobil gezogen sind, war das ein großes Thema bei uns. Wir suchten nach Alternativen zur eingebauten...

Leben im Wohnmobil mit drei Kindern plus Hund – Unsere monatlichen Ausgaben

"Wieviel gebt ihr im Monat aus?" Das ist eine der mit am häufigsten gestellten Fragen, die wir euch heute gerne beantworten möchten. Vorab müssen wir sagen, dass die Ausgaben von Familie zu Familie unterschiedliche sein können. Folgende Punkte spielen dabei eine...

Leben im Wohnmobil mit drei Kindern – Autark Wäsche waschen

Leben im Wohnmobil - Autark Wäsche waschen Als fünf-köpfige Familie ist das Wäschewaschen bei uns ein großes Thema. Als wir noch in unserer alten Wohnung lebten, war unsere damalige 8 kg Waschmaschine mindestens zwei Mal die Woche in Betrieb. Bevor wir im August 2018...

Autark leben im Wohnmobi mit 3 Kindern – Wasserverbrauch

Wie hoch ist der Wasserverbrauch im Wohnmobil? Diese Frage stellte ich mir oft bevor wir die Reise antraten. Je nach Personenanzahl - in unserem Fall fünf Personen plus Hund - und Wasserverbrauch sollte man die Größe des Wassertanks einplanen. Auch sollte die Nutzlast...

Hilfreiche Tipps zum Wohnmobilkauf für die Familie

Was muss man beim Kauf eines Wohnmobils beachten? Ihr wollst mit euren Kindern die Welt bereisen, euch eine Auszeit nehmen von all dem Alltagsstress? Ihr habt Sehnsucht danach mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, oder einfach Fernweh? Vielleicht wollt ihr euch...

Reisetipp Sagres Algarve

Urlaub mit Kindern in Sagres Während unsere Reise an der Algarve, kündigte sich meine kleine Schwester und mein Schwager an, uns besuchen kommen zu wollen. Ich freute mich riesig und machte mich sofort auf die Suche nach einer passenden Unterkunft. Außerhalb der...

Besuch uns auch bei

Wir freuen uns auf dich!