Wie hoch ist der Wasserverbrauch im Wohnmobil?

Diese Frage stellte ich mir oft bevor wir die Reise antraten. Je nach Personenanzahl – in unserem Fall fünf Personen plus Hund – und Wasserverbrauch sollte man die Größe des Wassertanks einplanen. Auch sollte die Nutzlast dabei nicht außer Acht gelassen werden. Dazu findest du mehr Infos im Beitrag „Hilfreiche Tipps zum Wohnmobilkauf“.

Als wir losgefahren sind, war nur unser festverbauter 150L Frischwassertank vollaufgetankt. Weil wir noch nie zuvor mit einem Wohnmobil unterwegs waren, hatten wir absolut keine Ahnung, wie wir mit dem Wasserverbrauch umgehen sollten. Wir lebten erstmal sehr verschwenderisch. Der Wassertank war bereits innerhalb von drei Tagen leer. Wir merkten auf einmal, dass 150L Wasser garnicht so viel ist, wie es sich anhört und fuhren ständig neue Wasserversorgungstationen an. Beim dritten Mal Wasser tanken fiel uns dann direkt auf, dass wir vergessen haben uns einen Schlauch mit Anschluss zu besorgen. An den beiden vorigen Stationen waren Wasserschläuche vorhanden. Aber in der Regel verfügen Versorgungsstation nicht über Wasserschläuche.

Also sind wir erstmal zum nächsten Baumarkt gefahren, um einen Schlauch mit Anschluss zu kaufen. Der Anschluss muss ein Adapter mit mehreren Verschraubungen haben, denn die Wasserhähne haben verschiedene Verschraubungen. Zusätzlich haben wir uns einen Wasserzähler für den Wasserschlauch gekauft. Mit diesem kann man erkennen, wie viel Liter schon in den Tank rein geflossen sind. Positiver Effekt: Man braucht dann nicht ständig ins Wohnmobil gehen und gucken wie voll der Tank ist. 

In den nächsten Wochen habe ich experimentiert, wie man den Wasserverbrauch sehr stark reduzieren kann. Dabei stellte ich fest, dass man sehr wohl lange mit 150l Wasser auskommen kann, wenn man es denn will. Dabei will ich betonen, dass wir die 150l aus dem Tank ausschließlich für das Spülen und Waschen verbrauchen. Zum Kochen und Trinken nutzen wir ausschließlich gekauftes Wasser, da wir noch keinen Wasserfilter haben. Außerhalb Deutschlands ist das Frischwasser sehr chlorhaltig (Frankreich, Spanien, Portugal). Daher möchten wir mit diesem Wasser nicht kochen geschweigedenn es trinken. Ja, wir haben damals leider an falscher Stelle gespart. Ein guter Wasserfilter ist wirklich sehr zu empfehlen, wenn man das Wasser aus dem Wassertank zusätzlich zum Kochen oder Trinken benutzen möchte. Kommen wir wieder zu Wasserverbrauch, ich merke, ich schweife vom Thema ab. Sorry!

 

Autark Wasser sparen

Unsere Tipps

Geschirr Spülen: Wir stehen ja immer nur autark und nicht auf Campingplätzen. Also sorgen wir dafür, wenn wir länger irgendwo stehen wollen, dass der Wassertank voll ist. Müssen wir Geschirr spülen, dann machen wir den Lappen nass, mischen es mit Spülmittel und der Wasserhahn bleibt erstmal zu. Das komplette Geschirr mit Spülmittel bearbeiten. Wenn es erledigt ist, wird der Wasserhahn nur soweit aufgemacht, bis ein sehr dünner Wasserstrahl läuft. Damit wird das Geschirr abgespült. Fertig – und alles wird sauber. Es dauert halt etwas länger als normal, aber uns stört das nicht. Wenn wir früher in unserer alten Wohnung Geschirr spülten, wurde einfach der Wasserhahn aufgedreht und mit literweisem Wasser gespült. Schließlich hatte man ja genug. Machst du das so im Wohnmobil, dann kannst du jeden zweiten Tag Wasser tanken fahren.

Waschen und Duschen: Zum Händewaschen reicht uns ein sehr dünner Strahl vollkommen aus. Während wir die Hände einseifen, machen wir den Wasserhahn kurz aus. Danach schnell mit dünnem Strahl abspülen – fertig.

Beim Duschen ist der Wasserverbrauch sehr hoch, besonders an kalten Tagen. Geht man in die Dusche rein und öffnet die Duschbrause, dauert es erstmal eine Weile, bis warmes Wasser ankommt. Das zuerst herausgeflossene kalte Wasser, ist dabei unnötig verschwendetes Wasser (es sei denn, man ist Kaltduscher). Kommt das warme Wasser endlich an, beginnt man mit der Regulierung der für sich optimalen Temperatur. Und wieder wird in diesem Moment Wasser verschwendet.

Um mehr Wasser zu sparen, habe ich mir einfach ein kleines Gadget einfallen lassen. Ich habe eine leere 1,5L Wasserflasche genommen und in die Verschlusskappe viele kleine Löcher gebohrt. Wir erwärmen 1,5 l Wasser in unserem Thermomix auf 45°C. Anstatt den Thermomix kann man auch einfach einen Wasserkocher nehmen. Nur nicht das Wasser zu heiß machen. Sonst zieht sich die Plastikflasche zusammen. Das warme Wasser kommt in die Flasche. Bis wir uns zum Duschen bereit gemacht haben, hat sich das Wasser in der Flasche auf ca. 40°C abgekühlt. Für uns als Warmduscher die optimale Temperatur. Jetzt kann man die Flasche mit einer Hand als Dusche benutzen. Wir machen uns mit ca. 0,5L nass. Danach einschäumen und mit dem Rest des Wassers waschen wir uns ab. Und das klappt wunderbar!

Als ich Belle das erste Mal von meiner Idee erzählt habe, hat sie mich angeguckt, als wollte ich sie veräppeln. Früher konnte sie stundenlang unter der Dusche stehen und sang dabei die Top 100 der aktuellen Musikchats runter. Für sie war es unvorstellbar, dass man sich mit so wenig Wasser duschen konnte. Ich hab ihr dann gesagt, dass sie es einfach ausprobieren soll. Nachdem sie es probiert hat, war sie positiv überrascht, dass man mit so wenig Wasser tatsächlich auskommt. Da sie lange Haare hat, braucht sie allerdings eher eine 2L Flasche, aber mehr auch nicht. Die Kinder werden auf die gleiche Weise geduscht. Und so kommen wir auf einen Wasserverbrauch von nicht mehr als 10L pro Tag.

Dazu kommt noch, dass die Kinder manchmal mit Wasserfarben malen wollen, oder die kleine Milou draußen mit einer Wasserschale planschen will. Auch der Boden muss alle paar Tage gewischt werden. So kommen wir mit unserem 150L Frischwassertank ca. 12 Tage aus. Natürlich ohne Wäsche waschen.

Ausreichend Wasser für 12 Tage

Also, wenn wir sparsam mit dem Wasser umgehen, kommen wir 12 Tage, inkl. 6 Mal Wäsche waschen, mit unserem 150L (Tank) + 90L (Kanister) = 240L Frischwasser aus. Wenn es hart auf hart kommt und es gäbe weit und breit keine Wasserstelle, dann könnten wir (ohne selbst Wäsche zu waschen), bei 10L/Tag Verbrauch, ca. 24 Tage unterwegs sein. Ist jetzt allerdings noch nicht vorgekommen. Für eine Wüstenfahrt wären wir aber gut vorbereitet (Spaß).

Wir sparen auch zusätzlich viel Wasser, da wir die Chemie-Toilette durch eine Trockentoilette ersetzt haben.

 

Wäsche waschen

Wäsche waschen im Waschsalon ist nicht billig. Z.B. eine 4kg Waschmaschine und 30 Minuten trocknen kostet zusammen ca. 7€. Dabei wird die Wäsche selten sauber und meistens auch nicht trocken.

Wir haben viele Menschen auf unserer Reise kennengelernt, die oft mit der Hand waschen, um Geld zu sparen. Damit wir unabhängig und ohne großen Arbeitsaufwand Wäsche waschen können, haben wir uns eine Campingwaschmaschine für das Wohnmobil gekauft. Zum Waschen haben wir uns zusätzlich 3x30l Wasserkanister geholt. Diese haben wir in der Heckgarage verstaut, wo auch unsere Campingwaschmaschine steht. Bei einen Waschgang werden ca. 15l Wasser verbraucht. 3 Kanister Wasser reichen also für 6 Waschgänge. Zum Thema „Wäsche waschen“ habe ich hier noch einen extra Beitrag geschrieben. Das ist ein Thema für sich.

Unser Equipment zum Wasser tanken

Praktisches Zubehör (Produktempfehlung)

Da wir bevorzugt autark stehen, tanken wir oft an alternativen Stellen (Quellen, Strandduschen, Grillplätzen mit Wasseranschlüssen). Nicht überall auf unserem Weg finden wir in der Nähe Wasserstationen. Daher ist es für uns praktisch bestimmte Sachen dabei zu haben:

  • Ein ca. 10m langer Wasserschlauch*. Es kommt oft vor, dass man so ungünstig steht, dass der Tankdeckel für Wasser auf der falschen Seite ist. Dann ist man froh, wenn man einen langen Schlauch dabei hat, den man um das Wohnmobil ziehen kann. Jetzt denken sich manche vielleicht: „Warum drehst du das Wohnmobil nicht einfach um?“ Nun, manchmal ist es so, dass man nicht so dran fahren kann, wie man es gerne möchte.

 

  • Der Wasserschlauch braucht einen Anschluss mit Adapter* mit verschiedenen Gewindegrößen. Ob in Deutschland, Frankreich, Spanien oder Portugal etc. – es sind überall verschieden Wasserhähne mit variierenden Größen.

 

  • Man kann sich auch zusätzlich einen Wasserdeckel mit Anschluss* für den Schlauch holen. So hat man den Schlauch an beiden Seiten fest angeschlossen und muss den Schlauch, während des Tankvorgangs, nicht permanent festhalten.

 

  • Zwischen dem zusätzlichen Wasserdeckel, kann man einen Wassermengenzähler* anschließen, damit kontrolliert man, wie viel Wasser bereits in den Wassertank geflossen ist, ohne ständig hin und herlaufen zu müssen und die Wasserstandanzeige im Wohnmobil ablesen zu müssen.

 

  • An manchen Orten gibt es Quellen, Strandduschen, oder Waschbecken an Picknickplätzen, wo man sich mit Wasser versorgen kann. Mit dem Wohnmobil kann man dort natürlich nicht direkt vorfahren. In solchen Momenten nutze ich meine 3 x30l Kanister zum Wasser holen. Ich verwende Weithalskanister von Hünersdorff*. Sie sind sehr gut für Lebensmittel geeignet und man kann sie schnell und einfach von innen sauber machen. Die Kanister gibt es, je nach Bedarf, in verschieden Größen.

 

  • Zum Transportieren der Kanister nutzen wir einen faltbaren Bollerwagen*, der uns schon etliche Dienste geleistet hat, denn bei vollen 30kg Kanistern kommt man nicht weit. Wir standen einmal ca. einen Monat mit sehr vielen anderen reisenden Familien gemeinsam an einem Platz, an dem sich ein paar Meter fußläufig am Strand eine Wasserversorgungsmöglichkeit befand. An einem Toilettenhäuschen war von außen ein Wasserhahn angebracht, von dem sich alle Camper mit Wasser versorgten. Unser Bollerwagen und die 3 Wasserkanister waren zu dieser Zeit höchst begehrt bei den anderen Wohnmobilisten. Sie gingen reihum und waren ständig im Einsatz. Besonders lustig fand ich es bei einem Franzosen: Er hatte ein Luxus Mobil von Morelo, wo in der Heckgarage ein 4 türiger VW UP seinen Platz hatte. Auch der Franzose war sehr dankbar unseren Bollerwagen und die Wasserkanister zum Wasser holen ausleihen zu dürfen, damit er nicht jedes Mal sein riesiges Schiff extra in Bewegung setzen musste.

Mit unserem Bollerwagen kommen wir an die ungelegensten Stellen zum Wasser holen und haben ihn sehr oft in Gebrauch. Nicht nur beim Wasser holen erleichtert uns unser Bolli das Leben sehr: Er kommt auch häufig bei mehrstündigen Familienausflügen und Stadtbesichtigungen als Kinderkutsche zum Einsatz, wenn den Kindern die Kräfte ausgehen. Auch als unsere Lichtmaschine kaputt war und wir unser Wohnmobil 10 Tage nicht fortbewegen konnten, waren wir sehr glücklich im Besitz eines Bollerwagens zu sein, mit dem wir all unsere Einkäufe erledigen konnten – ohne Stress und Schlepperei.

 

  • Um das Wasser aus dem Kanister in den Wassertank zu pumpen, habe ich einen praktischen 2 in 1 Gegenstand: Eine 12V Duschbrause mit einer Pumpe*. Sie hat einen 12V Stecker für einen Zigarettenanschluss. Ich mache die Duschbrause ab, stecke die Pumpe in den Kanister und Pumpe das Wasser in meinen Tank, so einfach ist das.

 

  • Für die Duschbrause benutze ich ein Verlängerungskabel*, da der Zigarettenanzünder zu weit weg ist.

 

Mit diesem Zubehör komme ich an jede Wasserquelle. Ich habe sie dir unten noch einmal alle auf einen Blick aufgeführt. Das Einzige, woran ich, wie oben schon erwähnt, nicht gedacht habe, ist einen Wasserfilter einzubauen. Das hab ich irgendwie nicht auf dem Schirm gehabt. Werde ich aber bei der nächsten Gelegenheit machen.

 

Fazit:

Natürlich ist alles was ich hier geschrieben habe, auf unsere persönlichen Bedürfnisse ausgelegt. Nicht alle machen sich Gedanken über den Wasserverbrauch oder um die Ausstattung zum Wasser holen. Viele fahren halt alle 4 Tage zum Wasser holen und haben einfach nur einen Schlauch zum Wasser tanken dabei. Oft freuten sich andere Reisende mit weniger Zubehör für die Wasserversorgung sehr darüber, sich etwas von unserer Austattung ausleihen zu dürfen.

Für uns ist es wichtig unsere Zeit nicht mit unwichtigen Sachen zu verschwenden. Fragen wie „Wo ist wieder die nächste Wasserstation?“, oder „Wo können wir längere Zeit stehen? Gibt es in der Nähe eine Versorgungsstelle?“ brauchen wir uns nicht zu stellen. Das kostet alles Zeit. Wir können, ohne groß darüber nachzudenken, längere Zeit an einem Ort stehen, an dem es weit und breit kein Frischwasser gibt.

Wenn du nicht ständig nach Wasserstationen Ausschau halten willst, dann denk an den Wasserverbrauch und evtl. zusätzliche Ausstattung, die einem das Wasser holen und -tanken sehr erleichtern kann.

Falls du noch Fragen haben solltest, schreib sie mir gerne in die Kommentare.

Liebe Grüße

   Andi

 

 

 

Unsere Ausstattung auf einen Blick

(Produktempfehlung)

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